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Wasserführende Öfen - Heizkosten sparen & Umwelt schonen

Die Wärme und das Flammenspiel eines Kamins oder Ofens sind 
etwas
Herrliches. Manchmal liefern sie allerdings mehr Heizenergie 
als
erwünscht – gerade bei modernen, hochgedämmten Häusern 
kann das der
Fall sein. Anstatt dann das Fenster aufzureißen, können Sie die Wärme
sinnvoller zur Unterstützung Ihrer Zentralheizung 
nutzen – durch wasserführende Öfen.

Wasserführende Öfen. Foto: Tonwerk Lausen

Als Speicherofen sorgt der „T-NEO Eco2“ bereits im Aufstellraum für eine behagliche, lang anhaltende Wärme. Ausgestattet mit dem optionalen Aqua-Modul wird auch noch die Zentralheizung mit unterstützt.  Foto: Tonwerk Lausen

Wasserführende Öfen und Kamine sind seit Jahren in fast allen erdenklichen Ausführungen erhältlich – vom industriell gefertigten Kaminofen bis zum handwerklich errichteten Kachelofen. Und tatsächlich hat es viele Vorzüge, die Ofenwärme auch zur Unterstützung der Zentralheizung mit zu nutzen. Wären da nicht die höheren Anschaffungskosten, würden sich vermutlich noch viel mehr Menschen für diese Ofengattung entscheiden. Zum reinen Kaufpreis für den Ofen kommen noch weitere Kosten für die notwendige Peripherie (Anbindung an die Zentralheizung, Pufferspeicher etc.). Und auch der erhöhte Einbauaufwand ist in der Gesamtkalkulation zu berücksichtigen.

Während bei einem gewöhnlichen Kamin oder Ofen die gesamte Wärmeleistung (mit Ausnahme dessen, was durch den Schornstein entweicht) in den Raum abgegeben wird, in dem er sich befindet, wird durch wasserführende Öfen oder ein Kamin ein gewisser Anteil vom durchströmenden Wasser aufgenommen und meist in einen Pufferspeicher eingespeist. Von diesem Speicher aus werden dann die Zentralheizung oder die Brauchwarmwasserbereitung unterstützt. Der die Wärme aufnehmende Wasserteil im Ofen kann entweder fest mit der Brennkammer verbunden oder als sogenanntes Aufsatzregister ausgeführt sein. Optisch unterscheiden sich wasserführende Öfen oder Kamine übrigens nicht von konventionellen Feuerstätten ohne solche Technik.

Technische Gründe für wasserführende Öfen

Komplettsystem für wasserführende Feuerstätten. Foto: Buderus
Die Hybridlösung „Logamax plus GBH192iT“ ist ein Komplettsystem, in das sich wasserführende Feuerstätten perfekt integrieren lassen. Foto: Buderus

Hochwärmegedämmte Neubauten aber auch energetisch sanierte
Bestandsimmobilien haben oft einen deutlich geringeren Heizwärmebedarf
als ältere unsanierte Häuser. In solchen nach heutigen Standards
gedämmten Häusern kann eine wasserführende Feuerstätte den geringen
Wärmebedarf – zumindest in der Übergangszeit – öfter allein decken und
ansonsten einen nicht unerheblichen Beitrag zur Heizungsunterstützung
leisten. In besonders günstigen Fällen (zum Beispiel in Passivhäusern)
könnte ein wasserführender Ofen sogar die alleinige Wärmeversorgung
übernehmen.

Ein weiterer Aspekt macht die Anschaffung eines
wasserführenden Ofens attraktiv: Die meisten Ofenkäufer wünschen sich
erfahrungsgemäß unabhängig vom Dämmstandard ihres Hauses möglichst große
Sichtscheiben für ein ungetrübtes, opulentes Flammenerlebnis. Das sieht
zwar imposant aus, ist aber aus wärmephysikalischer Sicht
kontraproduktiv, denn der damit verbundene hohe Strahlungswärmeanteil
begünstigt eine Überwärmung des Raums. Durch das „Abfangen“ einer
größeren Wärmemenge mit Wassertechnik im Ofen kann dieser Überwärmung
sinnvoll begegnet werden.

Eine große Rolle spielt in diesem Zusammenhang das Verhältnis der wasserseitigen Heizleistung zur luftseitigen Heizleistung eines Ofens (luftseitig: über Konvektion und Strahlungswärme). Dieses Verhältnis wird in den technischen Unterlagen jeder Feuerstätte angegeben. Besonders große Sichtscheiben wasserführender Geräte sind mitunter auch mit einer hauchdünnen metallischen Beschichtung vergütet, damit ein Teil der Strahlungswärme in den Brennraum reflektiert wird, um so den Wasser-Wärmeanteil zu steigern.

Im Unterschied zu konventionellen Öfen oder Kaminen arbeitet eine wasserführende Feuerstätte nicht autark, sondern in einem System, in dem es einen Regelungsbedarf gibt. Viele Ofenhersteller bieten mittlerweile für die perfekte Integration einer wasserführenden Feuerstätte in ein multivalentes Heizsystem bedienerfreundliche Regelungen an.

Weitere Infos

Bei der Auswahl eines wasserführenden Ofens oder Kamins sollten Sie sich unbedingt fachkundig beraten lassen. So ist Ihr Schornsteinfeger, der den Ofen am Ende auch abnehmen muss, dazu angehalten, zu überprüfen, ob dieser von seiner Heizleistung her zu Ihrer individuellen baulichen Situation passt. Ist der Ofen von der Heizleistung her besonders groß dimensioniert, so unterliegt er beispielsweise seit einiger Zeit strengeren Emissionsmessungen.

Vor allem bei wasserführenden Öfen oder Kaminen gilt: Widerstehen Sie eventuellen Verlockungen eines „Schnäppchenkaufs“ im Internet und gehen Sie unbedingt zu einem Ofenbau-Meisterbetrieb oder einem spezialisierten Ofenstudio. Hier haben Sie die Gewähr, kompetent beraten zu werden und wirklich die optimale Lösung für Ihre persönlichen Bedürfnisse zu bekommen. Ein Ofenbauer oder ein professionelles Kaminstudio kooperiert in aller Regel auch mit Fachhandwerkern, die den wasserseitigen Anschluss des Ofens ausführen.

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