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Pellet-Technik

Ein moderner Pelletzentralheizkessel entspricht in puncto Heizkomfort und Bedienungsfreundlichkeit annähernd dem eines ölbefeuerten Wärmeerzeugers. Er erzeugt vollautomatisch Wärme für Heizung und Warmwasserbereitung.

Dazu werden bei einer Wärmeanforderung Holzpellets in den Brenner befördert und dort per Glühelement oder Heißluft gezündet. Die elektronische Kesselsteuerung sorgt für das richtige Verhältnis von Brennstoffmenge, Verbrennungsluft und Betriebstemperatur. Inzwischen gibt es auch sehr bedienungsfreundliche Regelgeräte mit Touchscreen sowie mit Ferneinstell- und Fern-überwachungsoptionen. Zur Grundausstattung der meisten Modelle gehört zudem eine selbsttätige Reinigung der innenliegenden Heizflächen sowie eine automatische Entaschung. Allerdings muss der Anlagenbesitzer den Aschebehälter ein bis maximal acht Mal pro Heizperiode entleeren. Die Aschemenge hängt vor allem vom Kesselmodell, von der Betriebsweise und -dauer sowie von der Pelletqualität ab. Die Asche lässt sich auch als Gartendünger oder Kompostbeimischung verwenden.

Tipp: Praktisch können spezielle, zum Teil fahrbare Komfort-Aschebehälter sein, die Hersteller als Zubehör anbieten.

Moderne Pelletkessel stehen in der Regel auf dem Boden. In Neubauten empfiehlt es sich daher, die kleinen Holzpresslinge auch im Kesselaufstellraum in speziellen Silos und Behältern zu lagern – sofern es die Platzverhältnisse zulassen. Alternativ bieten sich ein Erdtank oder ein Lagerbehälter im Garagen- oder Carport-Bereich an.

Den Pelletheizkessel „Renervit“ für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es in den Leistungsklassen 13, 20 und 30 kW. Die Pellets werden im Brennraum automatisch entzündet, Luft- und Brennstoffzufuhr regulieren sich ebenso automatisch – mit Hilfe einer Lambdasonde, die den Sauerstoff im Abgas misst. (Vaillant)

Auch Lagerung außer Haus ist möglich

Und wer seine Heizung nicht im Haus haben möchte, kann einen kompakten Heizcontainer auf seinem Grundstück aufstellen lassen. Angeliefert werden größere Pelletmengen übrigens mit einem speziellen Tankwagen, ähnlich wie beim Heizöl.

Die Heizleistungen der Wärmeerzeuger starten ab etwa drei Kilowatt und reichen im Einfamilienhausbereich durchschnittlich bis etwa 15 Kilowatt sowie bis zu 25 kW bei höherem Heizwärmebedarf. Zudem passen die Brenner ihre Leistung (in einem gewissen Bereich) meist automatisch den jeweiligen Wärmeanforderungen an. Die Investitonskosten für qualitativ hochwertige Pelletzentralheizkessel-Anlagen starten ab etwa 16.000 Euro.

Die meisten Wärmeerzeuger haben hohe Wirkungsgrade von über 90 Prozent und überzeugen mit vergleichsweise niedrigen Schadstoffemissionen. Zwar ist die CO2-Bilanz des Naturbrennstoffs prinzipiell neutral, doch beim Verbrennen entstehen andere Luftschadstoffe, wie zum Beispiel krebserregende Feinstäube. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber im Rahmen der sogenannten Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) unter anderem den Staubanteil für Pelletkessel begrenzt. Seit dem 1.1.2015 liegt  der Grenzwert bei 0,02 Gramm pro Kubikmeter Abluft.

Im Vergleich zu Öl und Gas fristet die Brennwerttechnik im Pelletbereich ein Schattendasein. Nur einzelne Hersteller haben solche Modelle im Angebot. Diese bieten eine 10 bis 15 Prozent höhere Energieausbeute und über noch geringere Schadstoffemissionen.Ob man bereit ist, die Mehrkosten zu investieren und ob sich die Investiton rechnet, muss man im Einzelfall betrachten.

Mit Fördertechnik: Vom Lager zum Kessel

Wie gelangen die Pellets nun in den Kessel? Der Lagerraum oder -behälter ist dazu mit ihm über ein spezielles Entnahmesystem verbunden, welches die Pellets bedarfsgerecht und ohne sie zu beschädigen oder zu zerstören transportieren muss. Zwei Techniken kommen dafür in Frage: Beim Förderschneckensystem dreht sich in einem Rohr eine Wendel („Schnecke”), die die Pellets kontinuierlich aus dem Lager in Richtung Kessel transportiert. Diese Transportart funktioniert nur in Kombination mit einem Lager, bei dem nur geringe Distanzen und maximal kleinere Biegungen überwunden werden müssen. Etwas teurer in der Anschaffung ist die
Vakuumsaugförderung, bei der eine Saugturbine mit Luft den Brennstoff aus dem Lager zum Kessel transportiert.

Vom klassischen Pelletlager mit Schrägböden werden die Pellets auf zwei Arten zum Kessel transportiert: entweder per Förderschneckensystem bei kurzen Distanzen oder mittels Vakuumsaugsystem, das aus zwei Schlauchleitungen besteht, bei längeren Wegen und falls es Höhenunterschiede zwischen Lager und Kessel gibt. (Oekofen)

Dazu werden zwei Schlauchleitungen verlegt, um die Luft im Kreis zu befördern. Dieses pneumatische System hat aber den Vorteil, dass das Brennstofflager nicht in unmittelbarer Nähe der Pelletheizung und nicht auf derselben Ebene liegen muss. So lassen sich Entfernungen von bis zu 20 Meter und Höhenunterschiede von zwei bis fünf Meter überbrücken. Das Sauggebläse arbeitet zwar etwas lauter als die Schneckenförderung, ist aber nicht ständig in Betrieb. Denn zu diesem System gehört ein direkt mit dem Heizkessel verbundener Pelletvorratsbehälter, der nur periodisch aufgefüllt werden muss. Beim Vakuumsystem gibt es in Verbindung mit dem Schrägboden-Lagersystem unterschiedliche Strategien: Bei größeren Lagerräumen empfiehlt sich, statt einer Sonde, zum Beispiel der Einsatz eines Acht-Sonden-Saugsystems, das den Raumverlust des Pelletlagers auf ein Minimum reduziert. Eine pfiffige Variante ist der Pellet-Maulwurf, der – im Gegensatz zum klassischen Prinzip – die Pellets nicht am tiefsten Punkt aus dem Lagerraum entnimmt, sondern von oben absaugt. Weil der Maulwurf von oben nach unten wandert und den Speicher entleert, ist der Einbau von Schrägen überflüssig. Dadurch wird bis zu 50 Prozent mehr Lagerraum verfügbar. Zudem wird der Pelletvorrat materialschonend bewegt.

Mit Pufferspeicher kombinieren

Mit Blick auf eine gute Energie- und Umweltbilanz ist es in den meisten Fällen, insbesondere in Niedrigenergie-Häusern, empfehlenswert, den Pelletkessel mit einem Heizwasserpufferspeicher zu kombinieren. Dieser sorgt mittels einer sogenannten Frischwasserstation dann auch für die Warmwasserbereitung, so dass ein separater Warmwasserspeicher überflüssig wird. Und wer sein System zusätzlich noch um eine Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung ergänzen möchte, um damit Brennstoff zu sparen, braucht den Pufferspeicher ohnehin.

Mit Kessel, Speicher und Brennstoffzufuhr ist das System noch nicht ganz komplett. Unverzichtbar ist ein passendes Kaminsystem. Im Neubau ist der Einbau eines feuchtebeständigen Kamins unbedingt erforderlich.

Übrigens: Pelletheizungsbesitzer müssen aktuell keine Angst davor haben, dass der Brennstoff ausgeht. Denn allein schon die Pelletproduktion in Deutschland reicht theoretisch aus, um den gesamten Inlandsbedarf mehr als zu decken.

Pellet-Fachhandwerker finden

Wer einen kompetenten Handwerker in seiner Nähe sucht, kann unter www.pelletfachbetrieb.de fündig werden. Dort lassen sich qualifizierte Fachbetriebe für Pellet- und Biomasseheiztechnik nach der Eingabe einer Postleitzahl in einem auswählbaren Entfernungsumkreis suchen. Das Suchergebnis enthält neben den Kontaktdaten auch den Namen des Kesselherstellers, bei dem der Handwerker seine Technikschulung absolviert hat.
Platzsparender lassen sich die Pellets im klassischen Lager ohne Schrägboden aufbewahren. Notwendig ist dazu ein spezielles Entnahmesystem wie der „Pellet-Maulwurf“, welcher die Pellets schonend von oben entnimmt und so den Lagerraum optimal ausnutzt. www.schellinger-kg.de

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