Wohlige Wohn-Wärme

Wohlige Wohm-Wärme

Heizen mit Holz ist nach wie vor eine emotionale Angelegenheit. Aber auch unter ökologischen und energetischen Aspekten ist eine Holzheizung eine sinnvolle Alternative fürs Einfamilienhaus. Neben der Heizzentrale im Keller sind vor allem wohnrauminstallierte Anlagen oder frei aufgestellte Feuerstätten beliebt, da sie den Vorzug des Feuererlebnisses bieten und die Wärme hautnah erzeugen und in den Raum bringen. Doch aufgrund der Vielfalt an Varianten, Bauarten oder Modellen ist es für den Laien oft schwer, die richtige Wahl zu treffen. Unser Beitrag hilft 
Ihnen, die Unterschiede besser kennenzulernen.Klassiker unter den Öfen ist der Grundofen. Hier handelt es sich um eine Ofenanlage, die vorwiegend aus keramischen Materialien (Schamotte) vor Ort gefertigt wird. Er heißt deshalb Grundofen, weil sein Brennraum keinen Feuerrost aufweist, das Holz also von Grund auf verbrennt. Und das sogar im Idealfall mit sehr wenig Asche. Der gemauerte Feuerraum und der gesamte Baukörper der keramischen Rauchgaszüge werden traditionell mit Kacheln verkleidet (Bezeichnung „Kachelofen“) oder heutzutage gerne auch nur schlicht verputzt.
Die Wärmeabgabe erfolgt hauptsächlich über die Außenflächen. Denn der Ofen zeichnet sich durch ein hohes Speichervermögen aus. Die Schamottesteine nehmen die Energie aus den Heizgasen auf, speichern sie und geben sie zeitverzögert und gleichmäßig in den Raum ab – zum überwiegenden Teil als Strahlungswärme. Variationsmöglichkeiten in der Wärmespeicherfähigkeit und Aufheizzeit ergeben sich dann aus der Dicke der Schamotte- beziehungsweise Kachelwände.Dabei ergeben geringe 
Wandstärken eine kurze 
Aufheizzeit sowie eine geringe Wärmespeicherfähigkeit bei hohen Oberflächentemperaturen (zirka 100 Grad Celsius). Dickwandige Ummauerungen bewirken eine lange Aufheizzeit bis zur vollen Wärmeabgabe, eine intensive Speicherfähigkeit und relativ geringe Oberflächentemperaturen (zirka 60 bis 70 Grad Celsius). Der Grundofen braucht zwar länger bis er reagiert, bleibt dafür aber über Stunden wohlig warm. Im Unterschied zum Grundofen erzeugt der Warmluftofen Wärme über die Raumluft, die als unmittelbarer Wärmeträger genutzt wird. Je nach Ausführung vari­iert die sogenannte Konvektionswärme von etwa 60 bis 70 Prozent, sodass für die Strahlungswärme 30 bis 40  Prozent bleiben. Der Ofen besteht aus einem Heizeinsatz und einem Nachheizkasten aus Stahlblech oder Gusseisen, auch keramische Nachheizflächen werden ein­gesetzt. Diese erhöhen den Strahlungsanteil und die Dauer der Wärmeabgabe. Unter dem Ofensockel tritt Raumluft zwischen Heizeinsatz und Ofenwände ein, erwärmt sich an dem heißen Heizeinsatz und/oder am Nachheizkasten, steigt dann empor und tritt über die weiter oben eingebauten Auslassgitter wieder aus. Bei dieser Ofenart ist die Wärme sehr schnell spürbar, die Wärmespeicherung über längere Zeit – wie beim Grundofen – aber eher gering.Unter einem Heizkamin versteht man eine ebenfalls vor Ort errichtete, fest mit dem Gebäude verbundene Feuerstätte. Ausgerüstet mit einem Kamineinsatz und einer großen Scheibe gibt er einen tollen Blick auf das Feuer frei und bietet einen Nutzungsgrad bis zu 70 Prozent. Außer Konvektionswärme kann bei entsprechender Gestaltung des Kamins, zum Beispiel mit Kacheln, zusätzliche Strahlungswärme gewonnen werden. Im Prinzip erwärmt der Heizkamin aber erst einmal nur über die Raumluft, die oben über Gitter wieder erwärmt austritt. Der Raum wird dabei schon nach kurzer Zeit warm,  eine längere Speicherung der Wärme ist nicht gegeben. Heizkamine werden mit einer Vielzahl von Gestaltungs- und Verkleidungsmöglichkeiten angeboten.
Neben den fest vor Ort aufgebauten Ofenanlagen spielen sogenannte Kaminöfen eine große Bedeutung. Diese sind variabel und auch transportabel und als Fertigprodukt auch schnell aufgestellt und angeschlossen. Vom Aussehen her präsentieren sie sich meist im klassischen Stahlmantel und wahlweise mit den unterschiedlichsten Verkleidungen. Im landläufigen Aufbau erfolgt die Wärmeabgabe des Kaminofens sehr direkt nach dem Anfeuern und die Heizkammer kühlt nach dem Erlöschen des Feuers relativ schnell ab. Moderne Anlagen werden aber oft durch die Einbeziehung von Speichermassen ergänzt, womit auch nach dem Erlöschen des Feuers noch Wärmeabgabe an den Raum erfolgt.Der Speicherkaminofen ist eine aus Keramik (z. B. Fertigteile) oder Naturstein (z. B. Speckstein) gefertigte Feuerstätte. Die beim Holzabbrand frei werdende Energie oder Wärme wird vom jeweils verwendeten Speichermaterial aufgenommen. Nach dem Holzabbrand gibt dieser in seiner Funktion als Wärmetauscher die gespeicherte Energie während langer Zeit über die Oberfläche in Form von Strahlungswärme wohl dosiert an die Umgebung ab.
Öfen und Kamine werden häufig als Ergänzung zur Zentralheizung angeschafft. Neben dem spannenden Flammenspiel bieten sie mit dem Brennstoff Holz eine umweltfreundliche Alternative der häuslichen Wärmegewinnung und ein Stück Versorgungssicherheit.
Ist so ein Ofen mit Wassertechnik ausgestattet, schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe – das gemütliche Kaminfeuer unterstützt dann zugleich die Zentralheizung. Dadurch, dass ein Teil der Wärmeenergie für die Warmwasserbereitung abgezweigt wird, wird zugleich eine mögliche Überhitzung des Ofen-Aufstellraums vermieden – gerade in modernen Niedrig­energiehäusern mit ihrem geringen Heizwärmebedarf kann das ein Problem sein.Das Verhältnis zwischen direkter Raumwärme und Wasserwärme hängt von der jeweiligen Ofenkonstruktion ab und wird in den technischen Daten angegeben. Bei einigen Ofenmodellen kann die Wärmeleistung zwischen der direkten Abstrahlung und dem ins Wasser gespeisten Anteil über einen Hebel variiert werden.Vom Kaminofen über den Grundofen bis zum holzbefeuerten Küchenherd sind heutzutage fast alle Ofen­typen mit Wassertechnik erhältlich. Wegen ihres deutlich höheren konstruktiven Aufwands sind sie teurer in der Anschaffung, und auch die Installationskosten liegen über denen einer einfachen Feuerstätte, denn oft wird für das Wasser-Teil ein Heizungsinstallateur benötigt. Ob sich der Mehraufwand lohnt, muss in jedem konkreten Einzelfall entschieden werden. Dabei sollte eine professionelle Wärmebedarfsberechnung der einzelnen Räume beziehungsweise des Hauses zugrunde liegen. Die liefert Ihnen Ihr Ofenbauer oder auch Ihr Architekt. Vom möglichen Deckungsbeitrag eines Ofens mit Wassertechnik am Gesamtheizwärmebedarf sollte man sich ein realistisches Bild machen. Bei einer Feuerstätte mit einer Heizleistung von 10 Kilowatt (das ist dann schon kein ganz kleiner Kaminofen mehr) und einem Wasserwärmeanteil von 50 Prozent, gehen während des Ofenbetriebs bei Nennleistung (das heißt, wenn kontinuierlich kräftig eingeheizt wird) 5 Kilo­watt der Heizleistung in den Aufstellraum und 5 Kilowatt ins Wasser. Für ein hochgedämmtes Passivhaus wird das zur Beheizung des gesamten Hauses vermutlich ausreichen. Bei konventionellen Häusern kann der Ofen, abhängig von der beheizten Fläche und dem Dämmstandard, einen mehr oder minder großen Beitrag zur Zuheizung liefern.

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