Wasserführende Öfen: Feuer & Wasser im Team

Wasserführende Öfen: Feuer & Wasser im Team

Obwohl die Preise für die konventionellen Energieträger wie Öl und Gas in den letzten Monaten gesunken sind, entscheiden sich trotzdem immer mehr Ofenkäufer für eine wasserführende Einzelraumfeuerstätte. Oft gibt die Installation einer Solaranlage den Ausschlag, den dafür benötigten Pufferspeicher zusätzlich mit Wärme aus dem Ofen zu speisen. Die handelsüblichen Speicher bieten mittlerweile fast standardmäßig zusätzliche Anschlussstutzen für einen weiteren Wärmeerzeuger. In der Regel wird mit der Ofenwärme nicht nur die Heizung unterstützt, sondern automatisch auch die Brauchwassererwärmung.

Das Prinzip ist einfach zu erklären: Ein von Wasser durchflossener Wärmetauscher im Ofen zweigt einen Teil der Verbrennungswärme zur weiteren Verwendung ab. Das erzeugte warme Wasser wird meist im Pufferspeicher in den Heizkreislauf eingespeist und somit dem zentralen Heizungssystem zur Verfügung gestellt. Dort gibt es also seine Wärme ab und kehrt abgekühlt zum Ofen zurück.

Der Nachteil des Ofens, nämlich eine schwankende Wärmezufuhr, wird durch den Speicher kompensiert. Denn er sorgt für die gleichmäßige Warmwasserversorgung der Heizkörper oder einer Fußbodenheizung, aber eben auch für die heiße Dusche im Bad.

Komponenten wie der Wärmetauscher oder die automatische Abbrandsteuerung zur Integration des Ofens in die bestehende Heizungsanlage verändern das Erscheinungsbild des Ofens kaum und arbeiten völlig unbemerkt vom Betreiber. Somit bleiben alle Gestaltungsmöglichkeiten für die schönen Feuerstätten erhalten.

Vom Kaminofen über den Kachelofen bis zum holzbefeuerten Küchenherd sind heutzutage fast alle Ofentypen mit Wassertechnik erhältlich. Es muss allerdings nicht immer ein Scheitholzofen sein. Pellet­öfen sind ebenfalls mit Wassertechnik lieferbar.

Mit der Brunner-Heizzentrale und ihren dazugehörigen Elementen kann der Ofen komplett in die Heizungsanlage integriert werden. Brunner

Da diese über eine elektronische Steuerung verfügen, sind sie für den automatisierten Betrieb ideal und kommen mit ihrem Bedienkomfort sogar als Alternative zur Zentralheizung im Keller in Betracht. Einige Modelle sind als vollwertige Heizkessel wohnraumtauglich gestaltet. Hier tritt dann allerdings das beliebte Feuererlebnis in den Hintergrund.

Wegen ihres deutlich höheren konstruktiven Aufwands sind alle wasserseitig ausgestatteten Öfen naturgemäß teurer in der Anschaffung. Auch die Installationskosten liegen über denen einer einfachen Feuerstätte, denn oft wird für das Wasser-Teil ein Heizungsinstallateur benötigt. Ob sich der Mehraufwand lohnt, entscheidet der konkrete Einzelfall. Dabei sollte eine professionelle Wärmebedarfsberechnung der einzelnen Räume beziehungsweise des Hauses zugrunde liegen.

Vom Deckungsbeitrag eines Ofens mit Wassertechnik sollten Interessenten sich ein realistisches Bild machen, um nicht enttäuscht zu werden. Bei einer Feuerstätte mit einer Heizleistung von zehn Kilowatt und einem Wasserwärmeanteil von 50 Prozent gehen während des Ofenbetriebs bei Nennleistung, das heißt, wenn kontinuierlich kräftig eingeheizt wird, fünf Kilowatt der Heizleistung in den Aufstellraum und fünf Kilowatt ins Wasser. Für ein gut gedämmtes Passivhaus wird das zur Beheizung des gesamten Eigenheimes vermutlich ausreichen. Bei konventionellen Häusern kann der Ofen, abhängig von der beheizten Fläche und dem Dämmstandard, einen entsprechenden Beitrag als Zusatzheizung liefern, aber das zentrale System nicht ersetzen.

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