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Ofenmaterial für die Oberfläche

20.07.2017

Natürlich muss ein Ofen in erster Linie über eine überzeugende Technik verfügen. 
Die meisten Bauherren und Modernisierer interessiert allerdings am Ende auch das 
Aussehen, das durch die Form und die Einkleidung bestimmt wird – und da gibt es 
so herrliche Möglichkeiten. Eine Aufforderung zum Spielen mit dem Ofenmaterial.

Ofenmaterialien

Kacheln sind, wie der Name schon sagt, das klassische Ofenmaterial für einen Kachelofen. Und zwar aus Keramik. Sie haben seit einigen Jahren – zu unrecht – einen schwierigeren Stand, was nicht allein am Preis liegt, sondern auch an geänderten Wohn- und Einrichtungsstilen. Zu unrecht deshalb, weil sich in eben diesen letzten Jahren gerade auch im Keramikbereich so viel Neues getan hat. Leider ist in den Köpfen der Bevölkerung mit dem Begriff „Kachelofen“ nach wie vor das Bild des traditionellen Schüsselkachelofens aus der bayrischen oder österreichischen Almhütte verknüpft. Dabei kann Ofenkeramik heute auch gestalterisch so viel mehr. Da gibt es lamellenartige Kacheln, geschwungene Kachelware – eine unendliche Vielzahl an Möglichkeiten. So lässt sich Keramik problemlos in fast jedes Interieurkonzept integrieren.

Es gibt selbstverständlich weiteres attraktives Ofenmaterial, das ähnliche Eigenschaften aufweist, zum Beispiel Speckstein und andere Natursteinarten, die sich ebenfalls schon lange im Ofenbau bewährt haben. Man denke zum Beispiel nur an historische Kamineinfassungen aus edlem Marmor, wie sie früher schon in hoch herrschaftlichen Villen verwendet wurden. Ein Natursteinofen ist stets ein Unikat, das eine jahrmillionenalte Geschichte erzählt. Spezielle Oberflächenbehandlungen, die auf dem Markt angeboten werden, sorgen für einen einzigartigen Look.

Viel Ofenmaterial lässt sich übrigens auch gut mit Keramik kombinieren, beispielsweise (Edel-)Stahl oder Putzflächen. Letztere sind in den vergangenen Jahren zur größten „Konkurrenz“ für die Ofenkeramik geworden, insbesondere bei Warmluftkaminen, deren Hülle in rationeller Elementbauweise errichtet wird.

Verputzte Ofenoberflächen sind vornehmlich aus zwei Gründen beliebt: Sie entsprechen mit ihrer schlichten, „aufgeräumten“ Optik dem aktuellen Zeitgeschmack. Und natürlich spielt auch der Preis eine Rolle: Putzflächen sind kostengünstig zu erstellen. Auf Dauer ist das aber mit Blick in die Zukunft nur die halbe Wahrheit, denn diese Oberflächen sind schmutz- und stoßempfindlich, weshalb turnusmäßige Renovierungskosten anfallen, die den Preis eines Putzofens auf Dauer in die Höhe treiben.

Bei vielen Kombinationen vom Ofenmaterial ist ein abweichendes Wärmeausdehnungsverhalten zu berücksichtigen, das an den Übergängen (zum Beispiel von Putz zu keramischen Oberflächen) aufgrund thermischer Spannungen zu Rissbildung führen kann. Sind die Oberflächentemperaturen im Betrieb des Ofens nicht zu hoch, kann der den Heizeinsatz umgebende Bereich sogar tapeziert werden.

Frei stehende oder hängende Kamine und Kaminöfen besitzen meist einen Korpus aus Stahl, den sie selbstbewusst zeigen dürfen. Selbst wenn Metall und andere alternative Materialien im Ofenbau die Speicherwirkung und die vorbildliche Wärmeübertragung von Keramik nicht erreichen können und auch wenn sie womöglich nicht dieselbe Pflegeleichtigkeit und Dauerhaftigkeit aufweisen mögen, können sie für bestimmte Feuerstättengattungen und bei einem handwerklich gesetzten Ofen eine Empfehlung sein.

Letztlich geht es aber darum, die Vielfalt des Materialspektrums, das der Ofen- und Luftheizungsbauer Ihnen als Kunde anbieten kann, geschickt zu nutzen, damit Sie zu Ihrem Traumofen kommen. Und damit nicht genug: Von den Herstellern werden auch immer wieder neue Oberflächen entwickelt, die aktuellen Geschmacks- und Einrichtungstrends entsprechen – vorgerosteter Stahl zum Beispiel. Stahl oder Gussoberflächen bieten darüber hinaus die Möglichkeit, auf chemische Ofenlacke ganz zu verzichten, und auch Natursteinoberflächen kommen in der Regel mit einer rein mechanischen Bearbeitung aus. Selbst wenn die paar hundert Gramm Lack auf jedem Ofen nicht unbedingt ein ausschlaggebendes Kaufkriterium sein sollten, verbessert der gänzliche Verzicht darauf die Ökobilanz doch ein wenig.

 

8 Beipsiele für das Ofenmaterial

 

1. Stahl/Edelstahl

Stahl bietet als Ofenmaterial im Ofenbau sehr interessante Gestaltungsmöglichkeiten – unter anderem, was die Größe der einzelnen Bauteile betrifft. Wegen ihrer dünnen Hülle heizen stahlverkleidete Öfen extrem schnell durch. Ist das Feuer aus, kühlen Stahlöfen allerdings genauso schnell wieder ab.

Rost im Trend: Mit angerostetem Stahl und Edelstahl lassen sich aufsehenerregende künstlerische oder „architektonische“ Feuerstätten schaffen. Die meisten Kaminöfen haben einen Mantel aus Walzstahl.

Ein Beispiel für eine Stahloberfläche finden Sie hier >>

2. Lehm/Putz

Lehm ist ein sehr alter Baustoff für das Ofenmaterial. Er hat faszinierende raumklimatische Eigenschaften (unter anderem wirkt er feuchteregulierend) und weist eine hervorragende Wärmespeicherfähigkeit auf. Lehm ist ideal für den handwerklichen Grundofenbau geeignet und kann direkt vor Ort in Form gebracht werden. In diesem Punkt sind Lehmöfen mit sichtverputzten Öfen verwandt. Lehm sowie Putz lassen sich gut mit Kacheln oder Naturstein (zum Beispiel bei Simsen) kombinieren.

Ofenmaterial-Putzoberfläche. Foto: Austroflamm

Bleibt die Oberflächentemperatur rings um den Ofen unter 150 Grad, kann die verputzte Fläche sogar tapeziert werden. Foto: Austroflamm 

3. Keramik

Keramik ist aus gutem Grund seit Jahrhunderten ein traditioneller Baustoff, der auch die Jahrhunderte überdauern kann – historische Kachelöfen aus dem Rokoko und noch davor zeugen davon. Der Variantenreichtum hat hier in den letzten Jahren immens zugenommen. Somit ist der traditionelle Schüsselkachelofen ebenso gut darstellbar wie ein Kachelofen im sachlichen Bauhaus-Stil. Unterschiedliche Glasuren ermöglichen das freie Spiel mit Farben und Texturen. Auch Mixturen sind möglich. In der Formgebung ist man bei Keramik sowieso ungebunden. Dieses Ofenmaterial hat immer eine lebendige, warme Ausstrahlung und Haptik. Die „wirkt“ selbst dann, wenn der Ofen aus ist. 

Ein Beispiel für eine Keramikoberfläche finden Sie hier >>

4. Beton

Sichtbeton liegt seit einigen Jahren bei Architektur- und Designliebhabern im Trend. Auch Öfen können ihren Teil zum gewünschten Interieur beitragen. Es gibt einige Anbieter solcher Öfen oder sogar Ofenbauer, die das Material vor Ort verarbeiten. Beton ist ein gutes Speichermaterial, als spezieller Feuerbeton ist es obendrein hochtemperaturfest.

Panoramakamin aus Beton. Foto: Betonofen

Raumteilender Panoramakamin mit Sichtbetonoberfläche in Ortbetonbauweise. Die angrenzende Holzlege wurde aus geschwärztem Grobstahl gefertigt. Die Fußböden wurden ebenfalls in Sichtbeton ausgeführt. Foto: www.betonofen.de

5. Gusseisen

Gusseisen zählt nach Keramik und Lehm zum ältesten Ofenmaterial überhaupt. Es ist sehr hitzebeständig, dauerhaft und verzugarm, sodass Gusseisen auch direkt im Feuerraum verwendet werden kann. Außerdem hat es eine hervorragende Wärmeleitfähigkeit. Die klassischen Kanonenöfen, aber auch viele Kaminöfen sowie Heizeinsätze für Kachelöfen bestehen aus Gusseisen.

Beispiele für Gussöfen finden Sie hier >>

6. Glas

Glas ist unter den Ofenverkleidungsmaterialien eines der jüngsten. Entsprechend modern wirken auch die damit eingekleideten Feuerstätten. Um das Material für diesen Zweck einsetzen zu können, bedurfte es der Entwicklung der feuerfesten Glaskeramik. Glas und Glaskeramik bieten völlige Freiheit bei der farblichen Gestaltung, entweder durch hitzefeste Speziallacke oder durch Beschichtungen. Dabei sind auch Oberflächen mit Metalleffekten möglich. 

Ofen mit Glasoberfläche. Foto: Wodtke

Die „HotBox“ präsentiert sich ganz in Glas. Foto: Wodtke

7. Emaille

Vornehmlich bei Herdöfen wird das glänzende und robuste Material nach wie vor oft eingesetzt. Unter der Emaillebeschichtung befindet sich meist ein Korpus aus Stahl oder Gusseisen. Eine Emaillierung kann in den unterschiedlichsten Farbtönen ausgeführt werden. Das macht Herdöfen im Antik-Stil nicht nur für den Einsatz in der Küche interessant, sondern auch als Eyecatcher im Wohnbereich.

Ofen mit Emaille. Foto: Wamsler

Emaille ist praktisch in jeder Färbung herstellbar. Hier ein Herd in der Farbe „deep orchid“. Foto: Wamsler

8. Naturstein

Naturstein hat ebenfalls eine lange Tradition im Ofenbau. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um in Millionen von Jahren entstandenes Naturmaterial, das je nach Ursprung und Zusammensetzung eine sehr unterschiedliche optische Wirkung und auch unterschiedliche Eigenschaften in Bezug auf die Wärmespeicherung/-leitung aufweisen kann. Wie sorgfältig die Profis auf Qualität achten, zeigt unser Beispiel: Die 30 verschiedenen Monolith-Natursteine werden weltweit bereits als Steinblock mit einem Gewicht von bis zu 35 Tonnen ausgewählt, um optimale Steinqualität zu gewährleisten. Diese Steinblöcke werden anschließend zu separaten, massiven Rohplatten aufgesägt. Die einzelne Rohplatte, welche immer noch ein Gewicht von zirka 500 Kilogramm aufweist, wird dann zur Monolith-Ofenhülle verarbeitet. Wahlweise sind Kaminöfen mit der Bezeichnung „rock“, „modul“-Heizkamine oder „depot“-Speicheröfen erhältlich.

Ein Beispiel für ein Ofen mit Naturstein finden Sie hier >>

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