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Moderne Ofentechnik gegen Feinstaub

17.10.2017

In jedem Kamin- und Kachelofen, in dem Holzscheite oder Pellets verbrannt werden, entstehen Abgase. Um die unerwünschten Emissionen wie Feinstaub so weit wie möglich zu reduzieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Und ihr Einsatz wird finanziell noch gefördert.

Um den Feinstaub soweit wie möglich zu reduzieren gibt es verschiedene Maßnahmen. Foto: ©nikkytok - stock.adobe.com

Angenehme Wärme und schönes Flammenspiel – diese Atmosphäre lieben viele Menschen. Bei der Verbrennung von Holz oder Pellets sollten jedoch möglichst wenig Emissionen verursacht werden. In der Stufe 2 der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung, bekannt als BImSchV, sind daher strenge Grenzwerte festgelegt, vor allem für Feinstaub. Außerdem werden Kamin- und Kachelöfen, ähnlich wie Zentralheizungen, regelmäßig im Rahmen der Feuerstättenschau durch den Schornsteinfeger begutachtet.

Der erste Schritt, die Umwelt möglichst wenig zu belasten, ist die Wahl des Brennstoffs. Trockenes, unbehandeltes Holz oder genormte Pellets stellen sicher, dass eine gute Verbrennung stattfindet. Alle anderen Holzreste sowie Holz mit zu hoher Restfeuchte oder andere Materialien gehören selbstverständlich nicht in den Ofen.

Der zweite Schritt ist die richtige Bedienung des Ofens. Die angemessene Holzmenge und die Versorgung des Feuers mit Sauerstoff zählen dabei zu den wichtigsten Aspekten. Bei modernen Feuerstätten, die auf Herz und Nieren getestet wurden, erhält der Käufer in der Regel genaue Informationen, wie er seinen Ofen gut und sicher nutzt. Dann fällt das Einhalten der Grenzwerte leicht, denn die neuen Öfen wurden gründlich geprüft. Zu erkennen ist das auch an Zertifizierungen wie DIN-Plus oder dem EFA-Qualitätszeichen.

Feinstaub verringern – Nachrüstung für ältere Feuerstätten

Ist der Ofen schon einige Jahre alt, kann das Einhalten des Grenzwertes für Feinstaub schwierig werden. Werden mehr als die erlaubten 0,04 Gramm pro Kubikmeter Luft gemessen, muss er entweder stillgelegt oder ausgetauscht werden. Die Alternative dazu ist eine Nachrüstung mit Geräten, die den Feinstaub in den Abgasen reduzieren. Sachkundige Ofenbauer sowie Schornsteinfeger beraten in diesen Fragen. Zur ersten Orientierung werden hier die verschiedenen Möglichkeiten und die Fördermittel vorgestellt.

Die Pall-Ringe vor dem Einbau, der von einem ofenfachmann ausgeführt wird. Foto: SchmidEine Lösung, die direkt im Ofen verbaut wird, ist das „CAT Case (SCC)“ aus dem Hause Schmid Feuerungstechnik. Es besteht aus einem Stahlblechgehäuse, in dem Pall-Ringe aus einer hitzebeständigen Keramik eingebaut sind. Ihre Anzahl und Anordnung variiert je nach Größe und Leistung der Feuerstätte. Sie werden mindestens zweireihig im Stahlblechgehäuse eingesetzt. Das „SCC“ wird oben in den Feuerraum eingefügt und mit einer entsprechenden Aufnahme arretiert. Die Abgase verweilen länger im Feuerraum, was die Verbrennung verbessert. Auf diese Weise lassen sich die Emissionen senken, gleichzeitig wird der Wirkungsgrad erhöht.

Ein ähnliches Verfahren nutzt Olsberg mit seinen Nachrüstsätzen. Dabei handelt es sich um Bauteile, in die ein Abgasfilter aus Keramikschaum integriert ist. Der Einbau in den Ofen direkt vor dem Rauchgasabzug erfolgt durch einen Fachmann. Ein solcher Filter reinigt sich durch die Verbrennung bei normalem Betrieb von selbst.

In den Schornstein installiert

Wenn der Einbau in den Ofen selbst nicht in Frage kommt, gibt es stattdessen die Möglichkeit, einen Partikelabscheider gegen Feinstaub in den Schornstein einzusetzen. Dabei stehen wiederum zwei Varianten zur Verfügung: entweder in der Schornsteinmündung oder im unteren Teil des Kamins nahe der Feuerstätte. Die Zugänglichkeit zum Abscheider muss dabei gewährleistet sein.

Unabhängig vom Einbauort nutzen diese Geräte das Prinzip der elektrostatischen Abscheidung. Durch eine Elektrode werden die Feinstaubpartikel aufgeladen und lagern sich an der Innenwand des Schornsteins ab. So bildet sich eine Staubschicht aus gröberen Partikeln, die der Schornsteinfeger bei den regelmäßigen Kehrarbeiten entfernt.

Der „OekoTube“ von Schräder Abgastechnologie erzielt seine beste Wirkung in Verbindung mit Edelstahl-Schornsteinsystemen. Er wird entweder von oben in die Schornsteinmündung oder in die Verbindungsstrecke eingebaut. Letzteres wird auch bei dem „Airjekt 1“ von Kutzner + Weber genutzt. Zusätzlich zu den Edelstahl-Schornsteinen lässt er sich in keramischen Schornsteinen einsetzen. Seine flexiblen Einbaumöglichkeiten helfen, den Kamin- oder Kachelofen fit für die Zukunft zu machen. Beide Geräte benötigen lediglich einen Stromanschluss.

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Der Partikelabscheider "OekoTube" wird auf die Schornsteinmündung montiert. Schräder Abgastechnologie
So funktioniert der Partikelabscheider "Airjekt 1": Durch die Elektrode wird der Finstaub elektrisch aufgeladen und setzt sich an der Innenwand des Schornsteins ab. Kutzner + Weber

Kosten Senken durch Förderung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert den Einbau von Partikelabscheidern mit 750 Euro. Um die Förderung zu erhalten, sollte ein Schornsteinfeger oder Ofensetzer zu Rate gezogen werden. Sie unterstützen bei der Abwicklung, zumal der Einbau und die Funktion bestätigt werden muss, damit die Förderung ausgezahlt wird. In Edelstahl-Schornsteine lassen sich die Partikelabscheider besonders einfach einbauen. Das Material ist leicht, robust und auch bei nachträglichen Anpassungen gut zu bearbeiten.

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