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Kachelofen - Wärme fürs Haus

26.04.2018

„Ich liebe dich so sehr – ich würde dir ohne Bedenken eine Kachel aus meinem Ofen schenken.“ Für Joachim Ringelnatz war damals schon der Kachelofen ein so großes Gut, dass er darüber ein kleines Gedicht verfasste. Und auch heutzutage ist der Kachelofen ein heiß geliebtes Objekt im Haus.

Kachelofen mit bequemer Sitzmöglichkeit. Foto: Zehendner

Dieser Kachelofen zeigt, dass man mit Kacheln und deren Formen richtig spielen kann. Foto: Zehendner

Beim Kachelofen wird zwischen zwei Systemen unterschieden. Der Grundofen – auch Speicherofen genannt – ist der „Urtyp“ des Kachelofens. Gefertigt aus keramischen 
Speichermaterialien bietet er eine lang anhaltende, gleichmäßige Heizleistung. Deshalb ist der Grundofen als Dauerheizung geeignet. Er kann mehrere Räume beheizen und auch durch die Wand gebaut werden. Mit einem Wirkungsgrad von über 80 Prozent ist dieses Heizsystem zum Beispiel ideal für Niedrigenergiehäuser.
Nach einer Aufheizzeit von zirka ein bis zwei Stunden gibt der Grundofen seinen großen Wärmevorrat als milde Strahlungswärme langsam und zeitversetzt über die Oberflächen an den Raum ab – bis zu 12 Stunden und länger. Die langwellige Wärmestrahlung erwärmt nicht die Luft, sondern die Gegenstände beziehungsweise den menschlichen Körper direkt. Studien belegen die wohltuende, entspannende und stärkende Wirkung der Strahlungswärme auf den menschlichen Organismus und attestieren eine gesundheitsfördernde Wirkung.

Keramik bietet individuellen Charme

Der traditionelle Kachelofen verdankt seinen Namen den Ofenkacheln. Sie sind nicht nur dekorative gestalterische Elemente, sondern erhöhen als keramische Ummantelung die Wärmespeicherfähigkeit des Ofens. Durch ihre sehr moderate Wärmeleitfähigkeit geben sie die gespeicherte Wärme sanft und gleichmäßig über lange Zeit nach außen ab. Dieser positive Effekt kommt bei allen Kachelöfen und Heizkaminen zum Tragen. Ofenkacheln werden aus hochwertigen Naturmaterialien wie Ton, Kaolin, Schamotte und Wasser in speziellen Kachelmanufakturen in einem aufwendigen Prozess hergestellt. Gestalterische Kreativität und handwerkliches Können lassen eine Vielfalt an Kacheln in unterschiedlichen Größen, Formen, Farben und Oberflächenstrukturen entstehen. Für eine individuelle Ofengestaltung in 
allen denkbaren Stilrichtungen.

Warmluft-Kachelofen

Ein Warmluft-Kachelofen oder Kombi-Kachelofen entwickelt seine Heizleistung in sehr kurzer Zeit und spendet schnell behagliche Wärme. Die Raumluft wird im Inneren des Ofens erwärmt und über Öffnungen wieder in den Raum geleitet.

Kachelofen mit runden Ecken. Foto: Zehendner

Runde Ecken sind einfach Spitze wie bei diesem Grundofen zu sehen. Foto: Zehendner

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Ein reiner Warmluftofen gibt etwa 70 Prozent Warmluft (Konvektionswärme) ab. Der Ofen besteht aus einem industriell gefertigten Guss-Heizeinsatz mit nachgeschalteten Heizgaszügen aus Metall oder Keramik, die sich sehr schnell erhitzen. Durch Öffnungen im unteren Bereich des Ofens wird Raumluft angesaugt, im Inneren erwärmt und über verstellbare Luftgitter oder Lüftungskacheln im oberen Bereich des Ofens wieder in den Raum geleitet. Auch entfernt liegende Räume lassen sich über Warmluftkanäle erwärmen. Neben der Warmluft gibt dieser Ofentyp je nach Ausführung einen Anteil von 30 bis 40 Prozent Strahlungswärme ab, zum Beispiel über Sichtfenster und Kachelflächen.

Kombi-Kachelofen

Ein Kombi-Kachelofen vereint die Vorteile des Warmluft-Kachelofens mit denen des Grund-Kachelofens. Das heißt: schnelle Wärmeabgabe und eine höhere Wärme-Speicherfähigkeit durch gemauerte keramische Heizgaszüge. Nach dem Anheizen erzeugt er über die metallische Heizfläche schnell Warmluft (40 Prozent Konvektionswärme) und über die keramische Nachheizfläche gibt er 60 Prozent angenehme Strahlungswärme an seine Umgebung ab – zeitversetzt über viele Stunden.

Runder Kachelofen mit Glastür. Foto: Seyffarth

„Traverso“, Speicherofen mit zuschaltbarer schneller Warmluft. Foto: Seyffarth

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Generell eignet sich ein Warmluft-/Kombi-Kachelofen für die Beheizung mehrerer Räume, wenn eine mittlere bis hohe Heizleistung benötigt wird.
Für Warmluft-/Kombiöfen gibt es eine breite 
Palette an modernen Heizeinsätzen mit hohem Bedienkomfort, sparsamem Brennstoffverbrauch und geringen Schadstoffemissionen. Je nach Auslegung können sie nicht nur mit Stückholz, sondern auch mit Pellets, Braunkohlenbriketts, Heizöl oder Gas befeuert werden. Besonders effizient: ein Warmluft-/Kombi-Kachelofen mit integriertem Wasserwärmetauscher kann zusätzlich auch Brauch- und Heizwasser erwärmen – für Bad, Küche, Heizkörper und Fuß-
bodenheizung. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel „Wasserführende Öfen“. Auch eine Kombination mit Solaranlage und einem Pufferspeicher ist möglich. Für eine optimale Planung der Anlage ist aber der Ofenbauer erster Ansprechpartner.   

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