Feuer ohne Holz

Feuer ohne Holz

In Nationen wie England oder den Niederlanden sind Gaskamine schon immer weit verbreitet. Vermutlich deshalb kommen auch die meisten Hersteller aus unserem westlichen Nachbarland, oft auch solche, die unter dem Label deutscher Marken vertrieben werden. Auch bei uns ist der Trend zu Gasfeuerstätten angekommen. Das liegt wohl zum einen an der gesteigerten Nachfrage, hängt aber auch maßgeblich mit den häufigeren Empfehlungen von Architekten und Planern zusammen, die ganze Wohnanlagen im gehobenen Preissegment mit den komfortablen und eleganten Wärmespendern ausstatten.

In einigen Fällen ist ein Gaskamin sogar die einzige Möglichkeit, ein Feuererlebnis ins Haus zu bekommen. Dazu ist nicht einmal die Lage in einem mit Verbrennungsverbot belegtem Quartier erforderlich, es genügt schon, dass die bauliche Situation etwas anderes kaum zulässt, beispielsweise weil reguläre Schornsteine in einem mehrgeschossigen Haus nicht vorhanden sind und nur mit extremem Aufwand nachgerüstet werden könnten. In vielen Bundesländern können Gasgeräte auch über einen Außenwandanschluss betrieben werden, sofern ein Anschluss auf dem Dach nicht möglich ist.

Flamme auf Knopfdruck

Ein Druck auf den Zünder genügt und der Ofen entflammt sich automatisch – bequemer geht es nicht. Das Flammenspiel kann sogar auch per Zeitschaltuhr initialisiert oder vom Sofa aus ferngesteuert werden. Die Wärmeleistung und die gewünschte Flammenoptik lassen sich dann stufenlos regulieren, und zwar ohne Zeitverzögerung, ganz individuell und nach persönlicher Stimmungslage. Dank moderner Steuer- und Regeltechnik hält der Gas-Heizeinsatz die gewünschte Temperatur per Raumthermostat vollautomatisch.

Zum hohen Bedienkomfort trägt bei, dass Erdgas automatisch ins Haus kommt. Man muss kein Brennholz beschaffen, benötigt keinen Lagerraum für Holz oder Pellets, muss keine Asche entsorgen und kann sich entspannt zurücklehnen. Deshalb ist diese Heiztechnik auch ideal für Menschen, die wenig Zeit haben und für Wohnungen und Häuser in der Stadt.

Sauber arbeiten die Kamine aber nicht nur im Hinblick auf die Asche, sondern auch in Bezug auf die Abgasqualität. Amtliche Messungen der Partikel haben gegenüber Scheitholzfeuerstätten eine 3400-fach geringere Belastung ergeben.

Selbst wenn kein Erdgasanschluss im Haus vorhanden sein sollte, bedeutet das noch nicht das Aus für den Flammentraum, denn viele Gasgeräte sind auch in einer Flüssig-Ausführung lieferbar und können somit aus einem Gastank am Haus oder mit Gasflaschen betrieben werden. Das Flammenbild selbst ist übrigens unabhängig von der Gasart.

Natürliche Feueroptik

Die Hersteller verwenden einen Großteil der Entwicklungsarbeit für eine möglichst natürliche Holzfeueroptik mit möglichst langen gelben Flammen. In der Regel wird dies durch eine genaue Zuluftregelung erreicht. Während die Flammen zu Beginn der Feuerung fast immer blau sind, wechselt die Farbe nach einigen Betriebsminuten ins Gelbliche.

Eine Ausstattung mit nachempfundenen Holzscheiten und Zweigen aus feuerfester Keramik trägt dazu bei, dass selbst ausgefuchste Ofenkenner kaum noch einen Unterschied zum echten Holzfeuer erkennen können. Wer eher eine reduzierte „architektonische“ Wirkung wünscht, wird auf eine Keramik-Holzoptik verzichten und stattdessen seinen Gaskamin mit schwarzen oder weißen Kieseln auslegen.

Was leisten Gaskamine?

Die Heizleistung von Gaskaminen kann mit der eines Holzfeuers durchaus mithalten. Anlagen ohne Scheibe (als offene Kamine) erbringen eine effektive Heizleistung (Nennwärmeleistung) von 4,5 bis 6 Kilowatt. Bei raumluft-unabhängigen Geräten mit Scheiben liegt die Wärmeleistung dann schon bei 8 bis 10 Kilowatt.

Für den Einbau einer Gaskaminkassette gelten ähnliche Fachregeln wie für die Installation eines holzbefeuerten Heizkamins. Meisterbetriebe des Kachelofenhandwerks sorgen beim Aufbau für die sachgerechte Dämmung und eine Hinterlüftung mit den ausreichend dimensionierten Konvektionsluftgittern.

Eine ganze Reihe von Gasfeuerstätten ist vom DiBt (Deutsches Institut für Bautechnik) für raumluftunabhängigen Betrieb zugelassen. Sie eignen sich daher besonders für einen Einsatz in modernen Niedrigenergie-Immobilien mit kontrollierter Wohnraumlüftung. Ihre besondere Vielseitigkeit, ihre einfache und automatisierbare Bedienung und die Sauberkeit sind mithin Schlüsselfaktoren, die hierzulande den Erfolg von Gasfeuerungen maßgeblich begründeten und für Zuwächse sorgen werden.

 Aufbau und Anschluss von Gas-Feuerstätten besorgt ein autorisierter Fachmann. Empfehlungen geben die Ofen- und Luftheizungsbauer oder Kaminhändler, die in der Regel ihre eigenen Fachleute haben oder mit Spezialisten für den Einbau zusammenarbeiten. Schließlich prüft der Schornsteinfeger, ob beim Aufbau die baurechtlichen Vorschriften und feuerpolizeilichen Bestimmungen eingehalten wurden. 

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