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Beim Kauf eines Kaminofens auf die Energieeffizienz achten

30.10.2018

Kaminöfen gehören zu den beliebtesten Möglichkeiten bei der Optimierung des Heizkonzeptes in den eigenen vier Wänden. Entscheidend dabei ist jedoch nicht nur der optische Aspekt, denn schließlich soll der eigene Ofen für angenehme Wärme und einen möglichst effizienten Verbrauch von Rohstoffen sorgen. Energieeffizienz spielt bei der Wahl des Kaminofens daher eine bedeutende Rolle. Welche Faktoren wertvolle Hinweise liefern.

Wichtiges Indiz: Der Wirkungsgrad

Rund 350.000 Deutsche planten den Kauf eines Kaminofens laut einer Umfrage in 2017 sicher. 1,54 Millionen Menschen in der Bundesrepublik sprachen immerhin von einer eventuellen Anschaffung. Der Markt für Kaminöfen ist also weiterhin zukunftsfähig. Damit das so bleibt, müssen jedoch auch die Hersteller mit der Zeit gehen und ihre Ofenmodelle in Sachen Nachhaltigkeit an moderne Bedürfnisse anpassen.

Wirkungsgrad eines KaminofensEin Kaminofen sollte über einen möglichst hohen Wirkungsgrad verfügen. (Quelle: keresi72 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com) 

Wertvolle Hinweise auf die Energieeffizienz eines Kaminofens liefert der sogenannte Wirkungsgrad. Hersteller geben ihn in der Produktbeschreibung ihrer Öfen an, um Verbrauchern die Kaufentscheidung zu erleichtern. Grundsätzlich gilt hier: Je höher der Wirkungsgrad ausfällt, desto effizienter arbeitet der Ofen. Angegeben wird der Wirkungsgrad mit Hilfe einer Prozentzahl. Sie beschreibt, in welchem Verhältnis die zugeführte zur tatsächlich nutzbaren Energie steht. So steht ein Wirkungsgrad von 100 Prozent dafür, dass die komplette zugeführte Energie in nutzbare Wärme umgewandelt werden kann. Hierbei jedoch handelt es sich nur um einen Beispielwert, denn 100 Prozent erreichen auch moderne Kaminöfen nicht.

Kaminöfen mit einem vergleichsweise hohen Wirkungsgrad kosten um die 1.000 € und sind somit auc etwas kostspieliger als Öfen mit geringerem Wirkungsgrad.
Als empfehlenswert im Hinblick auf die Energieeffizienz gelten Öfen, bei denen die Temperatur der entstehenden Abgase kontrolliert reduziert wird. Infolgedessen sinkt der Wärmeverlust bei der Ableitung von Abgasen durch den Schornstein. Die Rückgewinnung von Wärme ist bei solchen Öfen zentral. Hier handelt es sich um einen Vorgang, der mit Hilfe von Kondensationswärme erfolgt. Daher ist es wichtig, dass der Hersteller besondere Sorge für eine sichere Anlage trägt und auch ein mögliches Korrosionsrisiko im Bereich des Schornsteins berücksichtigt. Damit es nicht zu einer vorzeitigen Versottung des Schornsteins kommt, sind regelmäßige Kontrollen durch den Schornsteinfeger unverzichtbar.

Das Energielabel zeigt, wie effizient der Ofen heizt

In puncto Energieeffizienz soll Verbrauchern die Wahl eines Kaminofens seit Januar 2018 auch von offizieller Seite leichter gemacht werden. Daher gibt es seitdem auch für Kaminöfen ein sogenanntes Energielabel, wie es bereits bei Haushaltsgeräten Verwendung findet. Jeder Ofen, dessen Heizleistung einen Wert von fünfzig kW übersteigt, muss mit diesem Label ausgezeichnet werden.

Das Energielabel gibt wichtige Hinweise auf die Effizienz des Kaminofens.Beim Neukauf liefert das Energielabel wichtige Hinweise auf die Effizienz. (Quelle: shadowfirearts (CC0-Lizenz)/ pixabay.com) 

Die Staffelung der Effizienzklassen erfolgt wie üblich. Am schlechtesten schneiden Ofenmodelle der Klasse G ab, an der Spitze stehen Modelle mit Klasse A++. Nicht nur über die Effizienz verrät dieses Label viel, sondern letztlich auch über die Umweltfreundlichkeit eines Kaminofens. Laut Angaben des Deutschen Energieholz- und Pelletverbandes e.V. erhalten Pelletkaminöfen meist die Effizienzklassen A+ oder auch A++. Vor dem Kauf lohnt es sich, nicht nur den Wirkungsgrad eines Ofens im Blick zu behalten, sondern auch die Effizienzklasse zu beleuchten.

Weitere Aspekte, die die Effizienz beeinflussen

Dass der eigene Kaminofen schön aussehen soll, liegt auf der Hand. Hat er beispielsweise einen Designpreis gewonnen, können sich künftige Besitzer über ein besonders ansehnliches Modell freuen. Dennoch darf die Energieeffizienz nicht unterschätzt werden, denn wie viel Freude der Ofen letztlich bereitet, ist insbesondere von dessen Heizleistung abhängig.

Offene Kamine gehören zu den ineffizientesten Modellen.Offene Kamine zählen zu den ineffizientesten Modellen. (Quelle: joseclaudioguima (CC0-Lizenz)/ pixabay.com) 

Ein wichtiger Faktor in Bezug auf die Effizienz ist die Bauform des Ofens. Offene Kaminöfen verfügen stets über schlechtere Wirkungsgrade als geschlossene Modelle. Sie nämlich sorgen dafür, dass nicht nur die Abgase durch den Schornstein entweichen, sondern auch die bereits erwärmte Raumluft. Ein effizienter Ofen lässt sich daher stets mit einer soliden Tür verschließen, sodass die Luft in der Wärmekammer sich nicht mit Raumluft mischen kann. Ebenfalls für erhöhte Effizienz spricht ein Wärmespeicher, der in den Ofen integriert ist. Auch wenn die letzten Holzscheite oder Pellets verbrannt sind, gibt dieser Speicher mehrere Stunden lang Wärme an den Raum ab. Auch die Brenntemperatur, die ein Ofen erreichen kann, entscheidet über die effiziente Nutzung der zugeführten Energiequelle.

Wer auf der Suche nach einem effizienten Kaminofen ist, sollte auch dessen Größe nicht vergessen. Ein zu kleiner Ofen erweist sich als wenig effizient, da er seine Umgebung nicht ausreichend erwärmen kann, während ein zu großes Modell vor allem den Raum, in dem es steht, rasant erwärmt, während weitere Zimmer kühler bleiben. Wer infolgedessen häufig lüften muss, um die Hitze abzuleiten, verliert wertvolle Heizenergie. Grundsätzlich gelten auch Kaminöfen mit Wasserführung als besonders effizient, da sie mit dem Heizsystem verbunden werden können. So gibt der Kaminofen seine Wärme während des Betriebes sowohl an den Raum als auch an das Wasser im Heizkreislauf ab, was die Erwärmung weiterer Zimmer ermöglicht.

Letztlich spielt auch der verwendete Brennstoff eine Rolle, wenn es um effizientes Heizen mit einem Kaminofen geht. Zum einen ist es wichtig, stets die passende Menge zu verwenden, zum anderen müssen Holz oder auch Pellets möglichst trocken sein. Je höher der Feuchtigkeitsgehalt im Brennstoff ausfällt, desto stärker sinkt der Wirkungsgrad. Experten empfehlen einen maximalen Feuchtigkeitsgehalt von rund 14 Prozent. Um das zu gewährleisten, sollte hochwertiger Brennstoff gekauft und korrekt gelagert werden.

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