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Basiswissen zu Kaminöfen

14.03.2017

Kaminofen "Allegra". Foto: Leda

Kaminofen „Allegra“: ein frei stehender Vierfüßler, der die Eigenschaften moderner Heiztechnik mit Retro-Look vereinigt. Foto: Leda

Kaminöfen ermöglichen einen relativ günstigen Einstieg in das Heizen in
seiner schönsten Form. Sie beanspruchen wenig Platz und lassen sich
daher auch problemlos in Wohnungen mit kleinerem Zuschnitt unterbringen.
Die Voraussetzung ist eine geeignete Anschlussmöglichkeit an den
Schornstein. Beheizt werden können Kaminöfen mit Holz, Briketts oder
Pellets.

Der Ofenkörper selbst besteht aus Gusseisen oder Stahl. Sollte Ihnen ein Billiggerät angeboten werden, so achten Sie auf den Stahl. Hier wird oft möglichst dünnwandiger Stahl verarbeitet, um Materialkosten zu sparen. Das birgt die Gefahr, dass sich die Geräte bei längerem Gebrauch verziehen, bauchig werden, die Schweißnähte aufreißen oder die Türen nicht mehr sauber schließen. Gute Geräte haben eine gleichmäßige Oberfläche, glatt geschliffene Schweißnähte und sind nach dem Sandstrahlen sauber gereinigt, ohne dass es zu Sandansammlungen in den Ecken kommt, die schlampig überlackiert sind. Für qualitativ gute Geräte wird ein hitzebeständiger Speziallack verwendet, der sich auch auf den Stahlbodenplatten und den Ofenrohrsets wiederfindet.

Kaminofen  "Ambiente". Foto: Spartherm

Der quaderförmige Kaminofen „Ambiente“ mit seiner in schwarzem Stahl eingefassten, großen Sichtscheibe bietet einen imposanten und doch zurückhaltenden Rahmen für das Wichtigste: die Faszination des Feuers. Foto: Spartherm

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Die Farben Schwarz und Gussgrau sind immer noch ganz vorne bei Kaminöfen, wobei auch hier die Tendenz zu andersfarbigen Modellen möglich ist. Auch Verkleidungen mit Kacheln, Naturstein oder Speckstein erfreuen sich großer Beliebtheit. Bei Speck- oder Naturstein handelt es sich allerdings um ein Naturprodukt, deren Farben und Strukturen gewissen Schwankungen unterliegen. Kein Ofen ist deshalb wie der andere. Wundern Sie sich also nicht, wenn es zu Unterschieden zwischen dem Ausstellungsgerät und den Ihnen dann gelieferten Steinverkleidungen kommt. Vermehrt sind inzwischen auch große Feuerraumtüren mit Panoramasichtscheiben im Angebot, durch die man das flackernde Feuer bis an die Flammenspitzen sehen kann. Das ist beim Kaminofen wohl mit eines der teuren Bauteile, was sich dann natürlich im Verkaufspreis niederschlägt. Insbesondere wenn sie entweder rund, gebogen oder prismatisch geknickt sind.

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Unterschiedliche Bauarten

Je nach Feuerraumtür gibt es zwei Bauarten. Kamin-öfen der Bauart 1 haben selbstschließende Türen, so- dass ein Schornstein mehrfach belegt werden kann. Kaminöfen der Bauart 2 sind vorgesehen für den wahlweisen Betrieb mit geschlossenem oder offenem Feuerraum. Sie sind grundsätzlich an einen eigenen Schornstein anzuschließen.

Kaminofen. Foto: Attika

Das Flammenspiel des „Q-BE“ lässt sich dank seines um 360 Grad drehbaren Feuerraums von jedem Winkel des Raumes aus genießen. Foto: Attika

Wenn das Feuer richtig lodert, kann man – sofern man einen Ofen der Bauart 2 hat – die Tür öffnen, sodass man wie vor einem offenen Kamin sitzt. Ist nur noch die Glut übrig, kann die Tür wieder geschlossen werden, was den Vorteil hat, dass erheblich weniger aufgeheizte Zimmerluft durch den Schornstein gejagt wird. Der Feuerraum eines Kaminofens ist meist mit einem Feuerrost und einem darunterliegenden Aschekasten ausgestattet, sodass außer Holz auch Braunkohlenbriketts verfeuert werden können, mit Rostkorb und Rostmulde auch Steinkohlenbriketts. Aber Sie sollten sich beim Kauf vorher erkundigen, was verfeuert werden darf.

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Die Heizleistung eines Kaminofens ist von der Bauweise und der Größe abhängig. Je größer der Ofen und je geringer die Warmluft-Verteilungswiderstände sind, umso geringer kann die Oberflächentemperatur sein, um dennoch die gewünschte Heizleistung zu erzielen. Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Ofentemperatur, desto gesünder die Heizung. Bei geöffneten Feuerraumtüren erzielt der Kaminofen einen Wirkungsgrad von ungefähr 40–50 Prozent, bei geschlossenen einen Wirkungsgrad von 70–90 Prozent. Außerdem kann man bei den meisten Modellen mittels Thermostat die gewünschte Raumtemperatur einstellen. Ist diese erreicht, so drosselt der Ofen die Heizleistung und verbraucht somit weniger Holz.

Kaminöfen sind keine Dauerbrandöfen im eigentlichen Sinn, weil ihnen der Füllschacht fehlt. Dennoch halten heutzutage viele Modelle 10 Stunden und mehr die Wärme, sodass am Morgen auf der Glut des Vortages ein Feuer entfacht werden kann.

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(aus der Zeitschrift: Kamine & Kachelöfen 2016)

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