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Basiswissen Heizkamin

15.11.2016

Heizkamin. Foto: Brunner

Feuerfreude pur ist bei diesem Kamineinsatz angesagt. Foto: Brunner

Ein offener Kamin mit flackerndem Kaminfeuer hat etwas Magisches. Aber er braucht viel Holz und gibt nur 20 Prozent seiner verbrauchten Energie als Wärme ab. Das wird sich der bewusste Bauherr heutzutage einfach nicht mehr leisten. Erschwerend kommt hinzu, dass ein offener Kamin über die große, nicht verschließbare Feueröffnung dem Raum eine ganze Menge Sauerstoff entzieht und diese quasi völlig ungenutzt aus dem Schornstein bläst. Deswegen bietet die Industrie Heizkamine an. Was versteht man nun unter einem Heizkamin? Das ist eine vor Ort errichtete, fest mit dem Gebäude verbundene Feuerstätte mit einer Vielzahl von Gestaltungs- und Verkleidungsmöglichkeiten. Einst entsprachen die Gestaltungsformen dem offenen Kamin. Inzwischen hat sich das aber geändert, denn die Formenvielfalt hat auch hier Einzug gehalten.

Heizkamin. Foto: Brunner/Sommerhuber

Elegant verschwindet dieser Kamineinsatz in der Wand. Herausragend ist nur der Kachelvortisch. Foto: Brunner/Sommerhuber

Bei den heutigen Heizkaminen handelt es sich inder Regel um Warmluftheizeinsätze für Heizkamine mit Luftheizung aus starkem Eisenblech oder aus Gusseisen. Die Beheizung des Kamins erfolgt über Warmluft, die aus der den eigentlichen Brennraum umgebenden Heizkammer in den Raum strömt sowie durch die direkte Strahlungswärme aus dem Feuerraum mit der großen Sichtscheibe. Die Betriebsweise ist darauf ausgelegt, durch mehrfaches Auflegen kleinerer Holzmengen eine gleichmäßige Wärmeabgabe nach Bedarf einzustellen. Moderne Anlagen werden oft durch die Einbeziehung von Speichermasse ergänzt, womit auch nach dem Erlöschen des Feuers noch für längere Zeit Wärmeabgabe an den Raum erfolgen kann. Ausgestattet mit Nachheizflächen aus Metall oder keramischen Heizgaszügen kann auch eine Sitzbank angeschlossen oder beheizt werden. Durch fortschrittliche Brennraumgestaltung mit optimierter Verbrennungszufuhr und effektive Wärmetauscherflächen bieten moderne Kaminanlagen eine gute Energieausnutzung und geringe Emissionen.

Wirkungsgrad und Feuerung

Der Nutzungsgrad beim geschlossenen Heizkamin liegt bei ungefähr 70 Prozent. Außer Konvektionswärme ist bei entsprechender Gestaltung des Kamins, zum Beispiel mit Kacheln, zusätzliche Strahlungswärme möglich. Während im klassischen offenen Kamin ausschließlich Feuerholz verwendet werden darf, können in Kamineinsätzen und -kassetten, wenn in der Bedienungsanleitung ausgewiesen, auch Braunkohlen- und Steinkohlenbriketts verfeuert werden. Dies gilt aber nur bei geschlossener Betriebsweise. Voraussetzung ist ein Rost im Feuerraumboden mit darunterliegendem Aschekasten. Bei offener Feuerraumtür darf nur trockenes Scheitholz verwendet werden.

Heizkamin. Foto: Kalfire

Heat Pure 90“ bietet durch seine großzügig bemessene dreiseitige Scheibe optimalen Blick auf das Feuer. Foto: Kalfire

Kaminkassetten

Um bei der Renovierung eines Kamins die Kosten gering zu halten, werden Kaminkassetten angeboten. Diese werden in den Feuerraum des Kamins eingeschoben und an den Schornstein angeschlossen. So können auch Besitzer eines älteren Kamins ihr Feuer in „gezähmter“ und sinnlicher Form effizient genießen. Der Betreiber hat 100-prozentigen Funkenflugschutz und durch einen sehr gut abgedichteten Feuerraum die Sicherheit vor Rauchaustritt im Wohnraum. Außerdem profitiert man durch die Nachrüstung mit einer Kaminkassette von einer wesentlich höheren Wärmewirkung.

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