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Alternative Energie – Aus Gras und Laub wird Brennstoff

23.05.2017

Pellets sind kleine zylinderförmige Körper aus verdichtetem Material, in erster Linie aus naturbelassenem Restholz, wie Säge- und Hobelspänen, welches bei der Holzverarbeitung anfällt. Sie werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt, hauptsächlich zählen sie aber zu den etablierten Brennstoffen. Das Heizen mit Pellets gilt dabei als besonders klimaneutral, da das Holz durch die Absorption von Sonnenenergie gewachsen ist und somit bei der Verbrennung nur so viel C02 freisetzt, wie ein Baum per Fotosynthese umgewandelt hat.

Pellets. Foto: pixabay

Pellets zählen schon seit Längerem zu beliebten Formen der Bioenergie. Bild: pixabay

Für die Verarbeitung der Holzreste als Brennstoff werden diese zunächst getrocknet, zerkleinert und durch eine spezielle Pelletmatrize gepresst. Unter hohem Druck und ohne den Zusatz von Chemie werden die Energieträger in die Zylinderform gebracht. Die Qualität des Rohmaterials ist entscheidend für die Herstellung. So können unterschiedliche Materialien und verschiedene Feuchtigkeitsgrade die Herstellung und Verarbeitung erschweren.  Jene Holzpellets mit minderer Qualität werden dann als Industriepallets in Kraftwerken genutzt.

Für die Verwendung von Pellets als Brennstoff werden entsprechende Pelletöfen genutzt, für die die Holzpellets genormt sind. Diese Öfen zeichnen sich durch einen großen Vorratsbehälter, meist auf der Rückseite aus, welcher durch sein Volumen bis zu 50 Kilogramm Pellets aufnehmen kann. Im Inneren des Ofens befindet sich eine Förderschnecke, auf welcher die Pellets in den Brennraum gelangen und dann gezündet werden. Im Allgemeinen unterscheidet sich der Betrieb der Pelletöfen nicht wesentlich von dem eines Zentralheizkessels.

Laub und Gras – Die Alternative zur Säge- und Hobelspäne

Was gestern noch lästig anfallendes Laub und Gras - somit „Abfälle“ der Landschaftspflege war, kann nun ebenfalls eine erfolgversprechende Möglichkeit für alternative Energie sein. Denn verschiedene Forscher haben ein Verfahren entwickelt, wodurch das Laub als Energieträger genutzt wird und ebenfalls zu Brennstoffen wie Pellets verarbeitet wird. Das Verfahren verspricht 15 Prozent mehr Effizienz, ist nahezu geruchsfrei und benötigt kaum Platz.

Laub und Gras. Foto: pixabay

Jährlich fallen 100 Millionen Tonnen Laub und Gras an. Bild: pixabay

Damit aus der Biomasse ein Brennstoff wird, muss sie entsprechend aufbereitet werden und verläuft dabei verschiedene Arbeitsschritte. 

Gewonnen wird das Laub zunächst mit Hilfe spezieller motorisierten Laubgeräte. Dabei werden zunächst die am Boden verteilten Blätter zusammengebracht und anschließend durch einen Laubsauger gehäckselt und in einem Fangsack gesammelt. Da für die Verwendung von Laub als Brennstoff große Mengen anfallen, ist die Nutzung von speziellen Geräten weniger zeitintensiv und weniger aufwendig als die Nutzung von Rechen und Schaufel. Das Gras wird beim Rasenschnitt der Landschaftspflege gewonnen.

Anschließend wird die Biomasse entwässert, gereinigt, aufgelockert und in einem Schub-Wende-Trockner getrocknet. Von dort wird es in eine Brikettiermaschine befördert und ebenfalls in die Zylinderform gebracht. Durch die entsprechenden Geräte kann die Biomasse in kürzester Zeit verarbeitet werden. Bis zu drei Tonnen Laub und Gras können pro Stunde zu Pellets verwertet werden.

100 Millionen Tonnen anfallendes Laub und Gras

Die Verwendung von Laub und Gras als Brennstoff bringt viele Vorteile mit sich. Zum einen war die bisherige industrielle Kompostierung des Gros' ein Kosten- und Gefährdungsfaktor. Denn bei der Verwertung entsteht nicht nur wertvoller Dünger, es entweichen auch umweltschädliche Treibhausgase wie Methan und Kohlendioxid. Gleichzeitig schätzen Experten die durch die Wiederverwertung zu Pellets eingesparten Entsorgungskosten auf bis zu 30.000€ pro Jahr. Auch an Material wird es nicht mangeln, da jährlich etwa 100 Millionen Tonnen feuchte Biomasse-Reststoffe wie Laub oder Gras anfallen. Dadurch können rund 700 Millionen Liter Heizöl eingespart werden – was etwa dem durchschnittlichen Verbrauch von 300.000 Einfamilienhäusern entspricht. Auch das durch die Verwertung entstehende Presswasser wird weiter genutzt, beispielsweise in Vergärungsanlagen.

Heizkörper. Foto: pixabay

Rund 700 Millionen Liter Heizöl können durch die Verwendung von Biomasse als Brennstoff eingespart werden. Bild: pixabay

Bioenergie-Ressource mit großem Potenzial

Die Verwertung der Biomasse stellt vor allem für Kommunen eine Möglichkeit dar, lokal anfallende Bioreststoffe für die Erzeugung von Energie zu nutzen. Dadurch sinken auch die Entsorgungskosten der kommunalen Landschaftspflege. Gleichzeitig steht diese Art der Bioenergie-Erzeugung nicht in Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Futter- und Nahrungsmittelproduktion, wie es beispielsweise beim Rapsanbau für Biodiesel der Fall ist.

Der Aschegehalt der Laubpellets ist zwar höher als der der ursprünglichen Holzpellets, dafür enthält die Kesselasche jedoch viel Kalium und Kalzium, welcher als Dünger dient und aktuell mit 250 bis 350€ pro Tonne gehandelt wird. Und auch der Heizwert des Brennstoffs liegt nur fünf bis sieben Prozent unter dem von Holzpellets.

Weltweites Interesse an alternativem Brennstoff

Das Interesse an den alternativen Biopellets ist riesig. Es kommen Anfragen aus aller Welt und auch in Holland und Skandinavien kommt die Technik und die Verwendung von Laub und Gras als Brennstoff bereits zum Einsatz. Länder wie Indien und Kanada prüfen derzeit inwiefern  weitere Biomasse als Brennstoff genutzt werden kann und entwickelt dafür entsprechende Verfahren. So sollen in Indien Wasserhyazinthen als Energieträger verwendet werden. Diese erschweren schon seit Jahren den Fischfang und die Schifffahrt im Land und stellen ein gesundheitliches Risiko dar, da die Pflanzen als Brutstätten von Moskitos genutzt werden.

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