Ab in den Feuerabend

Mit Kamin heizen

Grundsätzlich besteht für jeden Ofeninteressenten die Gefahr, Äpfel mit Birnen zu vergleichen – denn zu groß sind die Unterschiede bei den Feuerspendern.

Ein handwerklich vom Profi hergestellter Kachelofen zum Beispiel erfüllt eine andere Funktion als die eher vom Lustfeuer geprägten Kaminöfen. Deshalb verbietet sich hier jeder Vergleich.

Vor Kurzem erregte eine Untersuchung der Stiftung Warentest großes Aufsehen (Ausgabe November 2011), weil hier unterm Strich die mit Scheitholz befeuerten Kaminöfen schlechte Noten erhielten. Warum? Weil sie zum Beispiel mit Pelletöfen verglichen wurden – was übrigens auch keinen Sinn macht. Wir empfehlen jedem Interessenten, sich im Vorfeld genau zu überlegen, welche Anforderungen die gewünschte häusliche Feuerstätte erfüllen soll. Erst dann ist ein Gespräch mit einem Kachelofenbauer angesagt, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht.

Jetzt aber zum einfachen, mit Scheitholz befeuerten Kaminofen: Die Auswahl ist hier schon unüberschaubar, weil Baumärkte mit ihren Billigprodukten den Markt überschwemmen. Es ist verführerisch, für 200 Euro einen zumindest am Anfang funktionierenden Kaminofen ins Wohnzimmer stellen zu können, erstklassige Produkte kosten ein Vielfaches. Wer aber genau hinschaut, wird die Unterschiede in Bezug auf Material und Technik – vom Design ganz zu schweigen – unschwer erkennen.
Wichtig: Der Gesetzgeber hat bezüglich der Umweltverträglichkeit die Daumenschrauben angezogen. Bei Markenprodukten können Sie sicher sein, dass alle Vorgaben eingehalten werden. Selbstverständlich sind Sie als Nutzer des Kaminofens in der Pflicht, richtig zu heizen.

Hier die wichtigsten Heiz-Tipps:
Der erste Punkt betrifft die Auswahl des Brennmaterials. Es muss Fall trocken und unbehandelt sein. Frisch geschlagenes Holz wird deshalb je nach Holzart ein bis drei Jahre gelagert, an einer geschützten Stelle am Haus zum Beispiel. So sinkt der Feuchtegehalt auf 20 Prozent.

Als zweiter wichtiger Aspekt ist zu nennen, dass nur Natur belassenes Holz in den Kaminofen kommt. Das können Holzstücke oder -briketts sein – auch Pellets, Hackschnitzel, Reisig und Zapfen fallen darunter.

Eine „gute“ Verbrennung erkennt der Ofenfreund daran, dass das Holz mit langer Flamme rauchfrei abbrennt, eine feine weiße Asche entsteht und die Abgasfahne nicht sichtbar ist. Wird jedoch lackiertes oder anders behandeltes Holz verfeuert, können giftige Schadstoffe entstehen. Auch Geruchsbelästigungen sind oftmals die Folge. Eine solche Form der Abfallentsorgung ist in jedem Fall unzulässig. Bei feuchtem Holz fällt außerdem sehr viel Asche an, die als Staub in die Umwelt entweicht. Darüber hinaus ist die Energieausbeute um die Hälfte geringer als bei trockenem Brennmaterial.

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