Ofenwärme fürs ganze Haus

Heizen mit Holz und Pellets

Wenn an einem kalten Wintertag das Holzfeuer mit seinem ungezähmten Flammenspiel prasselt, steigt bei vielen Bauherren und Hausbesitzern ein wohliges Gefühl der Behaglichkeit auf. Hinzu kommt in den letzten Jahren noch der Aspekt, dass man mit so einem Ofen auch Öl und Gas sparen kann – und das nicht nur bezogen auf den Wohnraum. Denn Pellet- und Scheitholz-Kaminöfen sowie Kamineinsätze gibt es auch als sogenannte wasserführende Modelle beziehungsweise Modelle mit Wasseranschluss (manche sprechen auch von Öfen mit Wassertaschen). Diese können vom Wohnraum aus die Warmwasserbereitung und Raumheizung fürs gesamte Haus unterstützen, wenn man sie an die Zentralheizung anschließt.

Pellets oder Scheitholz?
In Niedrigenergie- oder Passivhäusern ist es sogar möglich, die komplette Heizwärmeversorgung abzudecken, eventuell in Kombination mit einer Solarthermieanlage. Wichtig: In sehr luftdichten Häusern sowie in Verbindung mit mechanischen Wohnungslüftungsanlagen ist der Einsatz von sogenannten raumluftunabhängigen Modellen, die ihre Verbrennungsluft nicht dem Raum entnehmen, unumgänglich. Zudem sind bestimmte Sicherheitsauflagen zwingend zu berücksichtigen.

Wie funktioniert diese Ganzhausheizung? Die Ofenwärme wird über ein Rohrsystem (Vor-/Rücklauf) in einen Heizwasserpufferspeicher geleitet, der meist im Untergeschoss, zum Beispiel im Heizraum, steht. Alternativ lassen sich manche Modelle auch direkt mit Heizkörpern oder der Fußbodenheizung verbinden; in diesem Fall gibt es dann noch einen Warmwasserspeicher. – Mit diesen Strategien kann der Hausbesitzer Öl und Gas sparen oder sogar ganz ersetzen. Dazu reichen die Ofen-Heizleistungen, die im Bereich von 3 bis 15 kW liegen, völlig aus.

Pelletöfen sind als Komplettheizung deutlich besser geeignet als die Scheitholzmodelle. Zum einen stellen sie eine unterbrechungsfreie, automatische Beheizung sicher, auch wenn niemand zuhause ist. Ähnlich wie ihre großen Brüder, die Zentralheizkessel, arbeiten sie dank Mikro-prozessorsteuerung und elektrischer Zündeinrichtung automatisch. Die Pellets werden richtig dosiert dem integrierten Brenner zugeführt: entweder aus einem integrierten Vorratsbehälter, der manuell mit Pellets aus Säcken nachgefüllt wird, oder direkt aus einem Pellet-Zentrallager. Aus Komfortgründen oder bei längeren Abwesenheiten im Winter ist es – je nach Brennstoffverbrauch – nötig oder sinnvoll, ein zentrales Pelletlager im Untergeschoss einzurichten. In Verbindung mit einer automatischen Entaschung und leisen Betriebsgeräuschen wird das Heizen zu einer entspannten Sache.

Was ist zu beachten?
Wasserführende Pelletöfen besitzen noch zwei weitere, entscheidende Vorteile: Sie haben eine sehr hohe wasserseitige Leistung, die bis zu 95 Prozent (bezogen auf die Nennheizleistung) betragen kann. Im Vergleich dazu kommen die meisten Scheitholz-Öfen nicht über die 70 Prozent-Marke hinaus. Zudem sind die Pelletöfen so konstruiert, dass sie im Aufstellraum weniger Wärme abgeben (können), wenn sie dort nicht gebraucht wird, zum Beispiel während der Übergangszeit oder an warmen Tagen. Im Vergleich zu den klassischen Kaminöfen fällt die Sichtscheibe bei den Pelletöfen deshalb meist etwas kleiner aus.

Designorientierte Spitzenmodelle mit hochwertiger Technik können übrigens schon mal 5 000 bis 10 000 Euro kosten. Hausbesitzer sollten jedoch beim Kauf von wasserführenden Öfen auf hohe Qualität achten und zweifelhafte Billigprodukte aus Gründen mangelnder Haltbarkeit und Sicherheit meiden. Übrigens: Wer in ein älteres Haus einen wasserführenden Pelletofen einbauen möchte, kann dafür einen staatlichen Zuschuss von 1400 Euro beantragen (www.bafa.de).

Ein wichtiger Tipp zum Schluss: Fragen Sie zuerst ihren Schornsteinfeger, ob der geplante Aufstellort, der Schornstein und die ins Auge gefasste Feuerstätte zusammen passen und grundsätzlich für das Haus geeignet sind. Denn am Ende entscheidet der schwarze Mann, ob der Ofen in Betrieb gehen darf oder nicht.

Scroll to Top