Brennstoffe für den Ofen

verschiedene Brennstoffe

Von allen Brennstoffen ist Holz der älteste und natürlichste. Das faszinierende Flammenspiel trägt viel zur Behaglichkeit von holzbetriebenen Einzelöfen bei. Da nimmt man gern den fehlenden Komfort, wie das Beschicken des Einzelofens mit dem schnell abbrennenden Holz in Kauf. Holz wird durch Schlagen oder Fällen energiearm gewonnen, muss nicht unbedingt aufwendig verarbeitet werden, benötigt keine langen Transportwege, kann einfach und gefahrlos gelagert werden, schadstofffrei verbrennen, bildet kaum Rückstände und lässt sich, weil verrottbar, auch problemlos entsorgen.

Der wichtigste Punkt für eine saubere Verbrennung ist jedoch die im Holz enthaltene Restfeuchte, die 20 Prozent nicht überschreiten darf. Der Heizwert von Holz liegt dann bei allen Sorten zwischen 4,0 und 4,5 Kilowatt pro Stunde/Kilogramm. Wenn Sie feuchtes Holz kaufen, erwerben Sie dagegen vor allem Wasser und der Heizwert sinkt beträchtlich. Daher muss Holz nach dem Schlagen luftig und vor Regen und Feuchte geschützt mindestens zwei bis drei Jahre lang gelagert werden. Ist die Restfeuchte zu hoch, dann erreicht die Verbrennung nicht die notwendige Temperatur von 650 Grad Celsius und es entstehen Schadstoffe wie Kohlenmonoxid und flüchtige organische Verbindungen. Um die Restfeuchte zu bestimmen, gibt es aber preisgünstige Feuchte-Messgeräte im Handel.

Holzbriketts und Holzpellets
Holzbriketts und Holzpellets werden durch Verpressen von Sägespänen und unter hohem Druck ohne Bindemittel erzeugt. Hierdurch wird mit einem minimalen Energieaufwand das Ausgangsmaterial veredelt – vergleichbar zu der Erzeugung von Superbenzin aus dem Ausgangsstoff Erdöl. In der Folge haben Pellets oder Holzbriketts einen weitaus höheren Heizwert als Stückholz. Die Restfeuchte liegt unter 10 Prozent, sodass eine besonders schadstoffarme Verbrennung gewährleistet ist. Holzbriketts haben einen Durchmesser von zirka acht Zentimetern und eine Länge von zirka 25 Zentimetern und werden wie Braunkohlenbriketts als Bündel- oder Palettenware angeboten. Holzbriketts können in allen Öfen eingesetzt werden, die auch für Holz oder Braunkohlenbriketts zugelassen sind.

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Pellets haben in der Regel einen Durchmesser von zirka 5 Millimetern und eine Länge von 1 bis 2 Zentimetern. Sie dürfen ausschließlich in speziell dafür hergestellten Primär- oder Pelletöfen verbrannt werden. Sind Öfen für Holz oder Kohle ausgelegt, können Pellets aufgrund des großen Feuerraums nicht verbrannt werden – es würde kein Feuer, sondern nur zu einer großen Qualmbildung kommen, die jede Freude am Feuer verdirbt.

Primär- oder Pelletöfen haben meist einen großen Vorratsbehälter auf der Ofenrückseite, der bis zu 50 Kilogramm Pellets aufnehmen kann. Die Pellets werden dann über eine im Gerät integrierte Förderschnecke in den Brennraum befördert und automatisch gezündet. Die Leistung kann stufenlos von 2–10 Kilowatt geregelt werden. Pellets werden auf Paletten, in Säcken mit 15–25 Kilogramm, in sogenannten Big-Packs mit 800 Kilogramm oder per Silozug auch als lose Ware angeboten. Diese eignen sich für die Lagerung in Pellettanks, die ungefähr den Bedarf eines Jahres decken. Aus diesen Behältern wird per Förderschnecke oder Schwerkraft (Rutschstrecke) der Tagesbehälter auf der Ofenrückseite beschickt. Es gibt auch Sauganlagen, die mit Pneumatik arbeiten, aber meist laut und staubanfällig sind.

Braunkohlenbriketts/Steinkohle
Kohlen gehören zu den nicht erneuerbaren Energieträgern. Die weltweit sicher gewinnbaren Vorräte reichen bei gegenwärtigen Fördermengen noch ungefähr 250 Jahre. Etwa 13 Prozent der weltweiten Kohlevorräte bestehen aus Braunkohle, der Rest, also immerhin 87 Prozent ist Steinkohle.

Als Festbrennstoff hat Kohle durchaus Vorteile gegenüber anderen Festbrennstoffen. Mit ihr lässt sich ein Dauerbrand über längere Zeit erreichen, im Gegensatz zu Holz, das sich mit Ausnahme von Pellets in den meisten Fällen nur für den kurzen Zeitbrand eignet. Kohle – und im besonderen Braunkohlenbriketts – ist deshalb besonders für Öfen geeignet, die keine Wärme speichern können – vorausgesetzt natürlich, die Geräte sind für das Verbrennen von Kohle zugelassen. Ist die Heiztechnik und die Bedienung im Einklang miteinander, sind Braunkohlenbriketts und Steinkohlen eine (relativ) saubere Sache.

Seit vielen Jahren werden Braunkohlenbriketts zunehmend handlich verpackt in 10-Kilogramm-Paketen und 25-Kilogramm-Paketen über den klassischen Brennstoffhandel und in vielen Baumärkten verkauft.

Braunkohlen-Bündelbriketts werden vom Verbraucher häufig in Kaminöfen eingesetzt, da viele diese Geräte für Braunkohlenbriketts geprüft und zuge-lassen sind. Bei Eignung nutzen Verbraucher Braunkohlenbriketts auch in Kachelöfen und Heizkaminen. Es ist auf jedem Fall ratsam beim Ofenkauf nachzufragen, für welchen Brennstoff Ihr Wunschofen ausgelegt ist.

Gas
Erdgas gilt als der sauberste fossile Energieträger und wird bei gegenwärtiger Förderung noch etwa 60 Jahre reichen. Dank der heutigen Heiztechnik (unter anderem Brennwerttechnik) verbrennt Erdgas sehr schadstoffarm und mit extrem hohem Wirkungsgrad. Die Steuerung kann vollautomatisch erfolgen und ermöglicht somit größtmöglichen Komfort. Selbst das Flammenspiel eines Holzbrands lässt sich mit Gas perfekt nachahmen.

Wer einen Gaseinsatz für seinen Warmluftofen plant, muss darauf achten, dass die Wärmeleis-tung der Größe des Aufstellungsraumes entspricht und eine ausreichende Versorgung mit Verbrennungsluft gewährleistet ist. Interessant ist auch der Einsatz eines Gaskachelofens, der mit Wasserwärmetauscher ausgestattet ist und als Ganzhausheizung eingesetzt werden kann.

Erdgas hat den großen Vorteil, dass es keinen Lagerraum benötigt und auch nicht entsorgt werden muss. Ein weiteres Plus: Sie müssen das Gas nicht auf Vorrat einkaufen, sondern der Brennstoff wird nach dem tatsächlichen Verbrauch abgerechnet.

Öl
Heizöl lässt sich in Warmluftkachelöfen im Prinzip genauso komfortabel verfeuern wie Gas. Als Brennstoff wird in Deutschland leichtflüssiges Heizöl (Heizöl EL) eingesetzt. Am Markt sind neben Ölöfen vor allem Kachelofen-Heizeinsätze für Öl erhältlich, die sich im Vergleich zu Stückholz durch höheren Bedienkomfort und d
ie geringeren Schadstoff-Emissionen bei hohem Wirkungsgrad auszeichnen.

Es gibt also Argumente, die auch für einen ölbeheizten Ofen sprechen. Ölbetriebene Heizeinsätze arbeiten vollautomatisch über eine Uhren- oder Raumthermostatregelung. Allerdings muss eine Brennstoffzuführung aus dem Öllagerraum vorhanden sein und die Lagerung des feuergefährlichen Energieträgers muss hohen Sicherheitsanforderungen genügen. Zusätzlich benötigt man einen separaten Schornsteinzug, da die Ölzentralheizung mit einem Gebläse arbeitet.

Auf www.ofenwelten.de finden Sie über 600 Ofen-Modelle, gegliedert nach Hersteller, Ofentyp und Ofendesign. Mit allen zusätzlichen Informationen zu gängigen Bauarten, Ofentechniken und nutzbaren Brennstoffen.

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