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Heizkamine

Der früher übliche offene Kamin gab nur 20 Prozent seiner Wärme an den Raum ab. Das ist nicht besonders viel und unrentabel. Da ist ein moderner Heizkamin mit geschlossenen Türen und großen Scheiben die deutlich bessere Lösung. Er bietet einen Nutzungsgrad von 70 Prozent und lässt trotzdem den Blick aufs Feuer frei.

Heizkamin Austroflamm

„Miu_Xtra_1“,  schlicht in der Gestaltung, stark in der Ausstrahlung. Foto: Austroflamm

Kachelöfen und moderne Heizkamine unterscheiden sich hauptsächlich durch die Größe der Sichtscheibe sowie dadurch, dass Kamine in den meisten Fällen keine Speicherfeuerstätten mit aufwendigen Zugsystemen sind, obwohl hier durch optionale Ausstattung mit Speichermasse ebenfalls eine längerfristige Strahlungswärme abgegeben werden kann.

Bei den heutigen Heizkaminen handelt es sich in der Regel um Warmlufteinsätze mit Luftheizung aus starkem Eisenblech oder aus Gusseisen. Um die Fläche möglichst groß zu halten, sind auf der Rückseite meist Rippen eingegossen. So kann vorbeiströmende Luft mehr Wärme aufnehmen. Aus dem Heizkasten wird die erwärmte Luft an den Seiten der Feueröffnung oder darüber in den Aufstellungsraum zurückgeführt. Als Variante kann die Warmluft auch zusätzlich in einen Nachbarraum geführt werden.

 

Einsätze für Holz oder Gas

Um das Feuer zu entfachen, kommen nicht nur feste Brennstoffe in Frage. Als interessante Alternative stehen auch mit Erdgas beheizte Kamine zur Verfügung.

Sehr beliebt sind Mehrseiten-Kamine, wahlweise als Eck-Ausführung mit zwei Sichtfenstern oder von der Wand in den Raum hineinragend mit einer dreiseitigen Sichtscheibe, die dank neuartiger Fertigungsverfahren in der Glaskeramik rahmenlos erhältlich sind. Die volle Rundumsicht aufs Feuer bieten frei stehende Kamine mit zylindrischer Verglasung. Wer über einen großen Wohnraum verfügt, darf sich über einen mittig angebrachten Tunnelkamin freuen, der das Feuer von zwei Seiten zeigt.

Heizkamin Spartherm

„Artemis“ aus der „Selection Premium Edition“ mit postmoderner Stahlverkleidung. Foto: Spartherm

Bei der Auswahl des Einsatzes sollte unbedingt auf gute Qualität geachtet werden. Einsätze renommierter Hersteller weisen nicht nur eine überlegene Verarbeitungsqualität auf, sie funktionieren auch besser als das Hundert-Euro-Baumarkt-Schnäppchen. Da kann es gut sein, dass man mit einem in der Anschaffung teuren Einsatz später nur den halben Brennstoffverbrauch hat. Oder auch bei der Scheibenspülung. Je größer die Sichtscheibe, desto größer ist auch das Risiko des Verrußens, denn über große Scheiben wird weitaus mehr Wärme in den Raum abgegeben, die dann zum „Freibrennen“ der Ablagerungen auf der Sichtscheibe fehlt. Die mit einer hauchdünnen Metallbedampfung beschichtete Glaskeramik oder eine Doppelverglasung reflektieren 

einen Teil der Wärme in den Brennraum zurück, sodass dort die gewünschten höheren Temperaturen für eine schadstoffarme Verbrennung herrschen.

 

Materialien

Es gibt die unterschiedlichsten Materialien der Kaminverkleidung. Sie können mit Stahl, Lehm/Putz, Keramik, Beton und Glas verkleidet werden.

Stahl bietet im Ofenbau sehr interessante Gestaltungsmöglichkeiten – unter anderem, was die Größe der einzelnen Bauteile betrifft. Wegen ihrer dünnen Hülle heizen stahlverkleidete Öfen extrem schnell durch. Ist das Feuer aus, kühlen sie allerdings genauso schnell wieder ab. Mit angerostetem Stahl und Edelstahl lassen sich aufsehenerregende künstlerische oder architektonische Feuerstätten schaffen. 

Lehm ist ein sehr alter Ofenbaustoff. Er hat faszinierende raumklimatische Eigenschaften (unter anderem wirkt er feuchtigkeitsregulierend) und weist eine hervorragende Wärmespeicherfähigkeit auf. Lehm ist ideal für den handwerklichen Ofenbau und kann direkt vor Ort in Form gebracht werden. In diesem Punkt sind Lehmöfen mit sichtverputzten Öfen verwandt. Lehm sowie Putz lassen sich gut mit Kacheln oder Naturstein (zum Beispiel bei Simsen) kombinieren.

Heizkamin Attika

„Visio“, über Eck verglast und mit Schiefer verkleidet. Foto: Attika

Keramik ist auch bei Heizkaminen sehr beliebt. Der Variantenreichtum hat hier in den letzten Jahren immens zugenommen. Unterschiedliche Glasuren ermöglichen das freie Spiel mit Farben und Texturen. Auch Mixturen sind möglich. Und in der Formgebung ist man bei Keramik sowieso ungebunden. Sie macht aus jedem Kamin ein Unikat.

Sichtbeton liegt seit einigen Jahren bei Architektur- und Designliebhabern im Trend. Es gibt einige Anbieter solcher Öfen, die das Material vor Ort verarbeiten. Beton ist ein gutes Speichermaterial, als spezieller Feuerbeton ist es obendrein hoch-temperaturfest.

Glas ist unter den Ofenverkleidungsmaterialien eines der jüngsten. Entsprechend modern wirken auch die damit eingekleideten Feuerstätten. Um das Material für diesen Zweck einsetzen zu können, bedurfte es der Entwicklung der feuerfesten Glaskeramik. Glas und Glaskeramik bieten völlige Freiheit bei der farblichen Gestaltung, entweder durch hitzefeste Speziallacke oder durch Beschichtungen. Dabei sind auch Oberflächen mit Metalleffekten möglich. 

 

Heizmaterialien

Während im klassischen offenen Kamin nur Feuerholz verwendet werden darf, können in Kamineinsätzen und -kassetten – wenn in der Betriebsanleitung als geeignet ausgewiesen – auch Braunkohlen- und Steinkohlenbriketts verfeuert werden. Dies gilt aber nur bei der geschlossenen Betriebsweise. Voraussetzung dafür ist ein Rost im Feuerraumboden mit darunterliegendem Aschekasten. Bei geöffneter Feuerraumtür darf auch hier nur trockenes Scheitholz verwendet werden.

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Heizkamin Camina

 

„S12“ in der Ausführung Beton bietet von drei Seiten einen großzügigen Blick auf das Feuer. Foto: Camina

 

Heizkamin Brunner

 

Ein Tunnelofen, der die Sicht auf beide Seiten des Raumes freigibt. Foto: Brunner

 

Heizkamin Inderwies

 

Außergewöhnliche Kaminanlage handwerklich veredelt. Foto: Inderwies

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