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Basiswissen Pelletöfen

17.05.2017

Pelletofen. Foto: Palazzetti

„Eldora“ wurde eigens für die Aufstellung in Zimmerecken konzipiert. Der Pelletofen kann mit Elementen aus Spiegelglas, Stahl/schwarz oder Stahl/Elfenbeinfarbe verkleidet werden. Foto: Palazzetti

Pelletfeuerstätten zählen zu den jüngsten Entwicklungen in der Ofentechnik – es gibt sie nämlich erst seit rund 20 Jahren. Zuerst fassten die schmucklosen Kellergeräte als Ersatz für Öl- und Gasheizkessel in größeren Stückzahlen Fuß, parallel dazu wurden die „schönen“ Pelletöfen für die Aufstellung im Wohnbereich weiterentwickelt – als komfortable und saubere Alternative zu Scheitholz-Kaminöfen und Heizkaminen. Seither hat sich technisch wie optisch eine Menge getan, nicht zuletzt aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen. Als Wärmeerzeuger mit regenerativer Energie wird ihre Anschaffung heute auch mit BAFA- und KfW-Programmen und teilweise auch mit regionalen Programmen finanziell unterstützt.

Weiße Keramikbeschichtung am Pelletofen. Foto: MCZ

„Curve“ beherbergt im Inneren seiner weichen Form, die durch die Keramikbeschichtung (weiß, grau, schwarz oder bordeaux) elegant wirkt, eine tiefe und hohe Feuerstelle, die die natürliche Bewegung der Flammen begünstigt. Foto: MCZ

Nachfolgend betrachten wir die Pellet-Einzelfeuerungsanlagen wie Heizeinsätze oder Kaminöfen für Pelletbetrieb sowie dekorative Kessellösungen für die Aufstellung im Wohnbereich. Das Angebot hat hier in den letzten Jahren massiv zugenommen, und auch die Steuerung solcher Geräte wurde immer ausgefeilter – womit wir beim ersten gravierenden Vorzug gegenüber fast allen Scheitholzfeuerstätten sind. Während letztere fast durchweg von Hand beschickt und in Betrieb genommen werden müssen, ist bei Pelletöfen eine elektronische Steuerung – meist auch mit Zeitschaltprogrammen – die Regel. Viele Pelletöfen und -kessel lassen sich mittlerweile auch per Smartphone aus der Ferne steuern. Besonders raffiniert sind die wenigen Kombi-Geräte, in denen man auf Wunsch ein herrliches gemütliches Scheitholzfeuer entfachen kann, während sich für den Alltags-Heizbetrieb die komfortablen Pellets nutzen lassen. Eine solche Lösung ist konstruktiv besonders anspruchsvoll, sowohl bei der Brennraumgestaltung als auch bei der Luftzuführung und der Ascheaustragung. Schließlich müssen in beiden Betriebsarten sämtliche Normen und Grenzwerte eingehalten werden. Das ist sicher der Hauptgrund, weshalb solche Kombi-Kesselgeräte nur von wenigen Herstellern angeboten werden. Die daraus folgenden hohen Anschaffungspreise halten auch die Nachfrage in Grenzen. Doch auch bei den reinen Pelletöfen und Heizeinsätzen sind faszinierende Neuentwicklungen zu beobachten, die mit ausgefeilter Technik glänzen.

Pelletofen. Foto: Haas + Sohn

Schmiegt sich perfekt an die Wand: „HSP 6 PALAZZA-III“. Er wurde als „Bestes Produkt des Jahres 2015/2016“ mit dem Plus X Award ausgezeichnet. Foto: Haas + Sohn

Die augenfälligsten Fortschritte der letzten Jahre sind beim Flammenbild von Pelletöfen erreicht worden, die als Pelletkamine oder -kaminöfen auch über deutlich größere Sichtscheiben verfügen. Inzwischen sind zahlreiche Geräte auf dem Markt, deren Flammenbild sich von dem klassischer Scheitholz-Öfen kaum noch unterscheidet.

Einzelraumfeuerstätten für den Pelletbetrieb haben meist einen angebauten Pelletbehälter, der eine oder mehrere Tagesrationen aufnehmen kann. Hier obliegt es dem Nutzer den Vorrat nach Bedarf aufzufüllen, wobei sich auch die Verwendung im Handel erhältlicher Sackware anbietet.

Es steht aber auch die komfortable Lösung zur Wahl: die automatische Förderung mittels Schnecke oder Saugsystem. Hier wird der Brennstoff aus einem großen Pelletlager im Keller entnommen. Im Prinzip funktioniert es so ähnlich wie beim Heizöltank. Dieses Lager wird ein- oder zweimal jährlich aus einem Pellettanklastwagen befüllt. Der Nutzer muss in diesem Fall gelegentlich die Pellets bei seinem Brennstoffhändler ordern und dann nur noch alle paar Tage bis Wochen den Aschebehälter entleeren.

Pelletofen. Foto: Rika

Eine schmale, dafür aber tiefe Bauform zeichnet „Cooper“ aus. Er eignet sich damit auch perfekt als Raumteiler und passt zu verschiedensten Einrichtungsstilen. Foto: Rika

In optimal wärmegedämmten Niedrigstenergieimmobilien können viele „Wohnzimmergeräte“ heute als Ganzhausheizung dienen – ein Trend, der sich fortsetzen wird. Pellet-Wärmeerzeuger sind nämlich eine echte ökologische Alternative zu Öl- und Gasheizungen. Die Wartungsarmut und der Komfort einer automatisierten Verbrennungssteuerung sprechen dafür. Vieles spricht dafür, dass die Preise für den Pelletbrennstoff weiterhin unter denen für fossile Brennstoffe bleiben werden, erst recht dann, wenn diese wieder aus ihrem momentanen Preistief herauskommen.

Qualitätsnormen Pellets

Im Jahr 2010 wurden diverse landesweit gültige Qualitätsnormen, darunter die deutsche DIN 51731 und die österreichische ÖNORM 7135, durch die europäische Norm EN 14961-2 ersetzt. Innerhalb dieser Norm gibt es drei Qualitäten, A1, A2 und B. Für den Hausbrand kommen nur A1 und A2 in Betracht. B-Pellets sind lediglich für industrielle Heizzwecke vorgesehen. Schon mit Einführung des DINplus-Qualitätssiegels im Jahr 2002 haben Pellet-hersteller dokumentiert, dass sie mehr als die Mindeststandards der Normen bieten. Seit 2010 gibt es in Deutschland nun auch das Qualitätssiegel ENplus für Holzpellets. Es steht ebenfalls für eine Pelletqualität, die über die Europanorm hinausgeht. Bei Pellets mit dem ENplus-Siegel wird die gesamte Bereitstellungskette von der Herstellung bis zur Anlieferung beim Endkunden kontrolliert. Das bietet noch mehr Qualitätssicherheit und umfassende Transparenz für den Käufer.

Seit wenigen Jahren gibt es die sogenannten „Premium Holzpellets Anti Staub“. Mit der Entwicklung dieser pflanzenölbeschichteter Pellets, die Abrieb und Staubbildung beim Einblasen entgegenwirken, erreicht die Innovation im noch junge Pelletmarkt ihren vorläufigen Höhepunkt. Die seit 2012 verstärkt auf den Markt drängenden „Edelpellets“ werden unter verschiedenen Markennamen vertrieben. Ziel der Oberflächenveredelung mit Pflanzenöl ist immer eine stabile, glatte Oberfläche für die Pellets zu erreichen.

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