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Grundöfen

Ein Grundofen hat eine lange Aufheizzeit, gibt aber dafür umso länger die gespeicherte Wärme für den Kachelmantel wieder ab.

Dass der Grundofen noch immer so beliebt ist, liegt wohl in erster Linie daran, dass er zum einen mit seiner Strahlungswärme Behaglichkeit erzeugt und zum anderen in der Lage ist, mit seinem dicken Kachelmantel diese Wärme bis zu 24 Stunden zu speichern.

Charakteristisch für diesen frei stehenden Typus sind der vor Ort gesetzte, zweischalig gemauerte Feuerraum und die Nachheizzüge, auch Rauchkanäle genannt. Deren Aufgabe ist es, die bei der Verbrennung entstehenden Heizgase zum Schornstein weiterzuleiten und gleichzeitig Wärme an die Ofenwände abzugeben.

Dabei nutzt man thermische Gesetze und lässt die Gase durch so genannte Sturz-, Steig-, Liege- und Deckzüge zum Schornstein gelangen, man erreicht also gewissermaßen auf Umwegen mehr Heizleistung. Wichtig ist, dass die Länge der Züge richtig berechnet ist; am besten macht das der Kachelofenbaumeister. Sind die Züge nämlich zu kurz, wird unnötig Energie verschwendet, sind sie zu lang, kühlen die Rauchgase unter den Taupunkt. Die Folge: Sowohl Ofen als auch Schornstein versotten.

Dieser weiße Grundofen besticht mit seinen geschwungenen Linien und ist ein echter Hingucker. Ofenbau Ziegler

Vor unliebsamen Explosionen schützt ein in die Nachheizzüge eingebauter so genannter Bypass, denn im Herzen des Ofens können auf Grund unvollständiger Verbrennungen Schwelgase entstehen, wenn die Ofentür zu früh geschlossen wird und so zu wenig Sauerstoff in den Ofen gelangt. Um zu verhindern, dass diese Gase sich beim Öffnen der Tür explosionsartig entzünden, sorgt der Bypass(-Gasschlitz) dafür, dass die Gase auf dem kürzesten Weg zum Schornstein gelangen.

Die Ofenwände speichern die Wärme und geben sie zeitverzögert als Strahlungswärme an den Raum ab. Außer Strahlungswärme erzeugt der Grundofen auch Konvektionswärme. Luft erwärmt sich an den großflächigen Kachelwänden und steigt nach oben, kühlere Luft nachziehend. Das Verhältnis Strahlungs- zu Konvektionswärme beträgt etwa 60 zu 40 Prozent.

In der innen mit Schamotte ausgestatteten Feuerstelle wird normalerweise nur Holz verwendet. Die dicht, aber elastisch eingebaute Feuerraumtür besitzt eine fest und luftdicht verschließbare Zuluftöffnung. Durch diese strömt oberhalb des Feuers je nach Einstellung Sekundärluft in den Ofen. Diese Nachverbrennung der Gase macht das Feuer sauberer und erhöht den Wirkungsgrad, der beim Grundofen bis zu 92 Prozent betragen kann.

Weitere Infos

Der Grundofen, auch Speicherofen genannt,ist die ursprünglichste Form des Kachelofens.Er zeichnet sich durch eine lang anhaltende, gleichmäßige Heizleistung aus. Er kann mehrere Räume beheizen und auch durch die Wand gebaut werden. Er eignet sich dort, wo die Wärme bis zu 12 Stunden und länger gehalten werden soll. Grafik: AdK

Je nach Stärke der Ofenuntermauerung - bis 15 Zentimeter einschließlich der Kacheln - unterscheidet man beim Grundofen leichte, mittelschwere oder schwere Versionen. Grundsätzlich gilt:
 
Je dünner die Ummauerung, desto kürzer die Aufheizzeit, desto geringer allerdings auch die Speicherfähigkeit des Ofens.
 
Ein leichter Grundofen braucht mehrmals, ein schwerer dagegen nur einmal pro Tag Brennstoff.
 
Der relativ träge Grundofen - die Aufheizzeit beträgt immerhin etwa zwei bis vier Stunden - kann nur über die Menge des verheizten Brennstoffs reguliert werden.
 
Beliebig drauflos feuern ist nicht anzuraten. Ist nämlich die maximale Oberflächentemperatur erreicht, geht die überschüssige Wärme einfach zum Schornstein raus.
 
Der Grundofen ist also grundsätzlich eher als Dauerheizung geeignet.